Elisabeth Middendorf: Mein Erbe für Don Bosco

ältere Dame mit Kurzhaarfrisur und roter Brille sitzt lächelnd auf dem Sofa mit einem Buch, davor ein Strauß roter Rosen

Aus ihrer früheren Tätigkeit als Fachlehrerin weiß Elisabeth Middendorf, wie wichtig es ist, Kindern und Jugendlichen Selbstvertrauen zu vermitteln. Dass dafür feste Strukturen hilfreich sind und eine Atmosphäre, die hilft, eigene Entscheidungen zu treffen. Zugleich beobachtet die 79-Jährige mit Blick auf die weltpolitische Lage, dass sich Werte verschieben und äußere, unter anderem materielle Werte in den Vordergrund rücken.  

„Die Werte, die Don Bosco selbst und mit den Jugendlichen und Kindern lebte, sind innere Werte – Würde, Achtung und Liebe“, sagt Middendorf. Das christliche Selbstverständnis sei bei Don Bosco nicht nur eine Theorie, sondern werde gelebt und habe „Hände und Füße“. Sein Geist werde bis heute bei der Arbeit mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen in den Einrichtungen weitergegeben. Das zu erleben, hat die studierte Sozialpädagogin so überzeugt, dass sie sich entschieden hat, Don Bosco in ihrem Testament zu bedenken. 

Selbst regeln, was mit dem Nachlass geschieht

Den Ausschlag dafür gab eine Reise auf den Spuren Don Boscos nach Turin im Sommer 2017. „Wir haben gemeinsam seinen Lebensweg nachvollzogen, seine Herkunft und seine Motivation verstanden und spirituellen Impulsen gelauscht“, erzählt Middendorf. „In einer Einrichtung konnten wir die respekt- und liebevolle Erziehungsarbeit im Sinne Don Boscos spüren: Die Jugendlichen bewegen sich frei in einer von Vertrauen geprägten Atmosphäre.“ Nachbarskinder, die sonst keinen Platz zum Spielen hätten, nutzten dafür am Nachmittag den Schulhof. Die Mahlzeiten würden miteinander geteilt. Ungezwungene Gebetsangebote lüden zum Innehalten ein. Ähnliches habe sie auch in Einrichtungen in Deutschland beobachtet. „Ich freue mich, dass Don Bosco mein persönliches Erbe einfügt in dieses großartige Konzept und ich so an seinem Fortbestehen mitbeteiligt sein darf.“

Mit ihren Brüdern und deren Kindern hatte Elisabeth Middendorf, die alleine lebt, im Vorfeld offen über das Thema Erbschaft gesprochen. Nichten und Neffen haben sich einige Gegenstände ausgesucht, die sie gerne einmal haben möchten. Der Rest des Erbes geht an Don Bosco. Die Entscheidung habe für sie „eine Befreiung gebracht“, so Middendorf. Sie war froh, selbst regeln zu können, was nach ihrem Tod mit ihrem Nachlass geschehen soll. „So gibt es etwas, was ich vom Hier und Jetzt hinübertragen kann in das andere Leben – nicht für mich, sondern so, dass etwas weiterlebt von mir.“ 

Große Offenheit und vielfältiges Engagement

Auch ihr heutiges Leben ist geprägt von großer Offenheit und einem vielfältigen Engagement. Middendorf interessiert sich für andere Länder und Kulturen. Sie spielt Altflöte in einem kleinen Ensemble. Sie fährt Fahrrad und besucht zurzeit einen Englischkurs. Sie kocht gerne und lädt Freundinnen und Freunde zu sich ein. Regelmäßig besucht sie eine kranke Frau, um mit ihr Musik zu hören, sich dazu zu bewegen, zu lesen und zu erzählen. Einmal im Monat hält sie einen Gottesdienst in einem Seniorenheim. Besonders freut sie sich über ihren Bekanntenkreis mit Personen unterschiedlichen Alters und Familienstandes und mit verschiedenen Berufen. „Sonst schmort man so in seinem eigenen Saft und das finde ich nicht gut“, erklärt Middendorf. Ein beachtliches Programm für eine 79-Jährige. Sie absolviert es aus Überzeugung: „Das, was ich tue, mache ich richtig gerne.“ 


Was soll von uns bleiben, wenn wir gehen? Mehr dazu findet ihr im Dossier zu Nachlassgestaltung und Testamentserstellung des Don Bosco Magazins.