Verstärkung bei Don Bosco Volunteers: Barbara Menke stellt sich vor

Barbara Menke verstärkt seit Februar den Auslandsfreiwilligendienst von Don Bosco Volunteers in Bonn. Im Interview stellt sie sich vor und spricht darüber, was ihr in der Arbeit als Referentin für internationale Freiwilligendienste wichtig ist.
Du bringst eigene Auslandserfahrung mit. Wie beeinflusst das deine Arbeit als Referentin für internationale Freiwilligendienste?
Das stimmt, ich habe nach dem Abitur selbst einen Auslandsfreiwilligendienst in Uganda in Ostafrika gemacht. Dort habe ich gelernt, dass kaum etwas so wichtig ist wie Reflexion und Selbstreflexion. Warum mache ich manche Dinge so und andere ganz anders? Welche Privilegien habe ich? Warum funktioniert der öffentliche Nahverkehr hier so und in Deutschland so? (Aber beides funktioniert!) Warum dachte ich bisher, dass die Entwicklung des sogenannten Westens die „richtige“ ist und warum habe ich in der Schule kaum etwas über afrikanische, asiatische oder lateinamerikanische Geschichte, Literatur oder Kunst gelernt? Kritisches Hinterfragen der eigenen Weltanschauung, des eigenen Handelns und auch der eigenen Sozialisation sind ein Skill, den ich damals vertiefen konnte und der mir bis heute bei meiner interkulturellen Arbeit mit Projektpartnern und Volontär:innen enorm hilft. Es ist mir wichtig, in den Vorbereitungsseminaren für die Volos darauf zu achten, dass diese Themen Raum bekommen und Zeit dafür da ist, die eigene Haltung zu festigen.
Wie erlebst du deine ersten Wochen bei Don Bosco?
Ich hatte das große Glück, dass ich eine ganz tolle Einarbeitung über sechs Wochen von meinem Vorgänger Laurin erhalten habe, der mir dafür ein Plätzchen in seinem Einzelbüro freigeschaufelt hat. Aber das ganze Team Volunteers hat mir das Ankommen sehr leicht gemacht. Durch ihre Hilfsbereitschaft, Offenheit und den ein oder anderen Plausch an der Kaffeemaschine habe ich mich direkt wohl und aufgenommen gefühlt. Ich finde, man merkt auf dem ganzen Campus den Don Bosco Spirit: die Mitarbeitenden werden wirklich gesehen, jede:r kann die eigenen Stärken einbringen und man darf einfach Mensch sein. Es wird, wenn man das möchte, gemeinsam gegessen, gefeiert und bei schwierigen Themen, die den Freiwilligendienst betreffen, auch gemeinsam nach bestmöglichen Lösungen gesucht, auch über das Team Volunteers hinaus. So lautet ja auch der bekannte Don-Bosco-Spruch: “Damit das Leben junger Menschen gelingt”! Durch dieses tolle Gemeinschaftsgefüge fühle ich mich jetzt schon willkommen und angekommen.
In deinem Studium hast du dich intensiv mit Fragen von Demokratie, Governance und Frieden beschäftigt. Auch deine ersten beruflichen Stationen waren in diesem Bereich. Was hast du aus diesen Jahren mitgenommen?
Während meines Freiwilligendienstes in Uganda hatte ich die Möglichkeit, mich zu fragen, wo ich im Leben (beruflich) hinmöchte und was mir besonders wichtig ist. Vor allem die Themen Entwicklungszusammenarbeit, globaler Wandel und Menschenrechte standen dabei im Vordergrund, aber auch mein Glaube wurde während des Dienstes gefestigt. So habe ich mich für die Fächer Soziologie, Politik und Theologie entschieden und bin bis heute froh, dass ich es so gemacht habe. In der katholischen Sozialethik ging es viel um Themen der Gerechtigkeit, bei Politik um die Frage, ob eine „bessere“ Welt für alle möglich ist und in der Soziologie darum, wie wir als Mitmenschen Frieden und Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft verankern bzw. verankern können. In meiner Masterarbeit habe ich untersucht, welche politischen Beteiligungsmöglichkeiten junge Menschen in Deutschland über soziale Medien haben.
Für meine Arbeit als Referentin für internationale Freiwilligendienste ist mir genau das wichtig: Beteiligungsmöglichkeiten schaffen, Empowerment fördern und Reflexion bei jungen Menschen anstoßen. Das Beschäftigen mit Demokratie und Frieden bestärkt mich jeden Tag aufs Neue: ein Freiwilligendienst ist auch ein Friedensdienst! Und er trägt auch zur Politisierung bei. Ich bin davon überzeugt, dass die Wirkung von Freiwilligendiensten langfristig nachhallt und durch das Bauen von Brücken zu einer verständnisvolleren Gesellschaft in Deutschland und weltweit beitragen kann.