Ein lächelnder Mann in Tarnkleidung arbeitet mit einem Schraubenschlüssel am Vorderrad eines Rollers.

Elektromobilität in Indien Kishor und Santosh aus Aurangabad

Im ländlichen Indien fehlen Perspektiven für junge Menschen. Oft bleibt nur die Arbeit auf dem Feld. Don Bosco bildet deshalb im Zentrum der indischen Automobilindustrie junge Menschen wie Kishor zu gesuchten Fachkräften in Elektromobilität aus.

Mit E-Mobilität in eine gute Zukunft

In den abgelegenen Dörfern rund um Aurangabad wachsen viele junge Menschen ohne echte Zukunftsperspektiven auf. Große Städte oder sogar das Meer kennen viele nur aus Erzählungen. Selbst die nur 40 Kilometer entfernte Stadt Aurangabad bleibt für viele Familien unerreichbar.

Pater Jesu Robinson SDB beschreibt die Lebensrealität vor Ort so: „Die meisten Menschen hier verbringen ihr Leben in einem Umkreis von 100 bis 200 Kilometern. Für viele ist selbst eine Busfahrt ein besonderes Erlebnis.“

Für Kishor und Santosh hat sich diese Realität verändert. Durch die Ausbildung am Don Bosco Elektromobilität-Institut konnten sie einen festen Arbeitsplatz finden und unterstützen heute ihre Familien.

Das Leben in Kishors Dorf Hungerlohn trotz harter Arbeit

Kishors Familie lebt von der Landwirtschaft. Sie baut Baumwolle und Hülsenfrüchte an und arbeitet rund sieben Monate im Jahr auf den Feldern. Ob das Einkommen für das ganze Jahr reicht, hängt maßgeblich vom Monsun und einer guten Ernte ab.

„Wenn es eine gute Ernte gibt, können wir etwa 2.000 Euro im Jahr verdienen. Damit decken wir gerade die Grundbedürfnisse“, erklärt Kishors Vater Sanjay.

In der übrigen Zeit arbeitet Kishors Bruder Vishal als Tagelöhner – für rund vier Euro pro Tag. Sparen ist unter diesen Bedingungen kaum möglich.

Kishor zeigt seine Welt

Eine Familie mit vier Personen (eine Frau, drei Männer) posiert in einem einfachen Raum mit Ziegelwand auf einer bunten Matte.
Wie alle im Dorf arbeitet Kishors Familie sieben Monate im Jahr hart. Ihr Lebensunterhalt hängt stark von einer guten Monsunzeit ab.
Lächelnde indische Frau im blauen Sari und junger Mann sitzen auf dem Boden, umgeben von Essen und Kochtöpfen.
Kishors Mutter kümmert sich neben der Feldarbeit um das kleine Zuhause. Wie in Indien üblich, isst die Familie auf dem Boden sitzend.
Zwei Männer tränken Kühe mit Wasser auf einem trockenen Feld unter Bäumen.
Neben Hülsenfrüchten und Baumwolle sind Rinder eine wichtige Einnahmequelle für die Familie. Kishor versorgt sie mit frischem Wasser.
Zwei lächelnde Männer, ein älterer mit dem Arm um einen jüngeren, stehen auf einem grünen Feld unter blauem Himmel.
Kishors Gehalt wandert in die Familienkasse. Sein Vater entscheidet, wofür sie es ausgeben. Er legt jeden Monat etwas für Notfälle zur Seite. Zum Sparen bleibt nicht viel übrig.
Zwei lächelnde junge Männer, einer mit Bindi, auf einem hellen Roller, glücklich in die Kamera blickend.
Santosh ist Kishors bester Freund seit Kindheitstagen. Jetzt sind sie Arbeitskollegen und blicken in eine positive Zukunft.

Neue Perspektiven durch Ausbildung bei Don Bosco

Santosh ist 19 Jahre alt. Er stammt aus demselben Dorf wie Kishor. Die beiden kennen sich seit ihrer Kindheit.

Auch Santoshs Familie lebt unter sehr einfachen Verhältnissen. Sie wohnt in einer kleinen Hütte ohne Toilette und verfügt über ein Jahreseinkommen von etwa 500 Euro aus Landwirtschaft und Gelegenheitsarbeiten.

Als einer der ersten Auszubildenden besuchte Santosh das Don Bosco Elektromobilität-Institut in Waluj. Begeistert berichtet er Kishor, wie er dort gelernt hat, Elektrofahrzeuge zu warten und Verbrennungsmotoren umzurüsten.

Kishor tritt in Santoshs Fußstapfen und schreibt sich ebenfalls für die Ausbildung am Elektromobilität-Institut ein. Damit beginnt für beide ein neuer Lebensabschnitt.

Ausbildung in Elektromobilität bei Don Bosco Praxisnah lernen statt viel Theorie

Lächelnder junger Mann hält ein E-Bike-Bauteil neben einem roten Elektrofahrrad in einer Werkstatt voller Fahrzeuge.

Santosh über seine Ausbildung

„Am Anfang war es schwierig. Aber die guten Ausbilder halfen mir, alles praktisch zu verstehen. Es gab nur sehr wenig Theorie. Das war gut, da ich nicht so gut lesen und schreiben kann," erzählt Santosh.

Stolz ergänzt er: „Mein Abschlussprojekt war ein normales Fahrrad, das ich mit Hilfe von Bausätzen in ein Elektrofahrrad umgebaut habe. Ich fand das toll! Dabei habe ich viel über Elektrofahrzeuge gelernt. Auch heute noch, wenn ich das Elektromobilität-Institut besuche, spiele ich gerne mit diesem Fahrrad und erzähle den neuen Schülern stolz, dass ich es gebaut habe.

© Don Bosco Mondo e.V./ ich.tv/ Nishant Ratnakar

Der erste feste Job als Mechaniker für Elektrofahrzeuge

Dieser praxisnahe Zugang eröffnet jungen Menschen mit unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen reale berufliche Chancen.

Kishor und Santosh arbeiten heute in einer Werkstatt für Elektrofahrzeuge in Aurangabad. Dort warten sie Elektroroller, verkaufen Fahrzeuge und informieren sich regelmäßig über neue Modelle. Ihr Gehalt beträgt rund 12.000 Rupien, etwa 120 Euro pro Monat.

Für ihre Familien bedeutet das einen enormen Fortschritt und erstmals ein verlässliches Einkommen.

Verantwortung für die Familie

Beide geben einen großen Teil ihres Gehalts an ihre Familien weiter. Kishor unterstützt seinen Vater, Santosh seine Mutter. So tragen sie wesentlich zum Lebensunterhalt zu Hause bei und können erste kleine Rücklagen bilden.

„Die Ersparnisse sind noch gering, aber wir hoffen, dass sich unsere Arbeit langfristig auszahlt“, sagt Kishor.

Auch Santoshs Mutter ist überzeugt: „Die Ausbildung bei Don Bosco war genau das Richtige für meinen Sohn.“

Santoshs sonniger Weg in die Zukunft

Ein lächelnder junger Mann und eine Frau, wahrscheinlich Mutter und Sohn, posieren Arm in Arm vor einem Haus mit strukturierter Wand.

Santoshs Familie lebt in einer kleinen Hütte ohne Toilette. Sie verdienen etwa 500 Euro pro Jahr aus Landwirtschaft und den Tagelöhnerjobs von Santoshs Vater. Trotzdem gibt es Hoffnung: „Die Ausbildung bei Don Bosco war genau das Richtige für meinen Sohn“, sagt Santoshs Mutter Sangeetha.

© Don Bosco Mondo e.V./ ich.tv/ Nishant Ratnakar
Eine indische Frau gießt Tee für einen lächelnden jungen Mann in einer einfachen Küche mit Metallregalen und Gasherd.

„Neben Santosh haben wir auch noch eine Tochter. Sie ist verheiratet. Unsere Älteste starb als Kind an einem Schlangenbiss. Santosh ist jetzt mein einziges Kind zu Hause.” erzählt Santoshs Mutter. Sie hängt sehr an ihrem Sohn und wünscht ihm nur das Beste. Die Ausbildung ist seine Chance.

© Don Bosco Mondo e.V./ ich.tv/ Nishant Ratnakar
Eine lächelnde Frau im bunten Sari umarmt einen lächelnden jungen Mann. Im Hintergrund ist eine Kuh mit einem Eimer zu sehen.

Santosh und seine Mutter leben in einer sehr einfachen Hütte mit Blick auf ihr Feld. Sie haben nicht einmal eine Toilette zu Hause. Sie hoffen, dass Santosh mit seinem Job als Elektrofahrzeug-Mechaniker weiterhin gut verdient und spart, damit sie sich nach und nach alles Notwendige für ihr Zuhause anschaffen können. Santosh Vater ist als Gelegenheitsarbeiter viel unterwegs.

© Don Bosco Mondo e.V./ ich.tv/ Nishant Ratnakar
Zwei Freunde, junge indische Männer, lächeln und posieren auf einem Hirsefeld.

Anders als Kishor möchte Santosh nicht weit von seiner Heimatstadt wegziehen, sondern sich hier etwas aufbauen. „Ich möchte hierbleiben. Ich werde noch ein paar Jahre arbeiten und dann meine eigene Tankstelle und ein Autohaus in der Nähe meines Dorfes eröffnen. Hoffentlich werden bis dahin mehr Elektrofahrzeuge auch für landwirtschaftliche Zwecke genutzt, da das ein guter Markt wäre.“

© Don Bosco Mondo e.V./ ich.tv/ Nishant Ratnakar

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Mädchen mit dunklen Haaren schreibt in ein Buch am Schreibtisch und blickt in die Kamera.

Das Leben selbstbestimmt gestalten

Zum ersten Mal in ihrem Leben können die beiden junge Männer konkrete Zukunftspläne entwickeln. Santosh möchte in der Nähe seines Dorfes bleiben. Sein Ziel ist es, später eine eigene Tankstelle und ein Autohaus zu eröffnen.

Kishor hingegen möchte seine Karriere als Mechaniker weiter ausbauen und träumt von einer Stelle in Pune. Dort könnte er bei einer Tante wohnen und so Kosten sparen.

Zukunftsperspektiven durch Elektromobilität

Jeden Tag legen Kishor und Santosh den 40 Kilometer langen Weg nach Aurangabad zurück – mal mit dem Fahrrad, mal per Anhalter, mal mit dem Bus. Der Arbeitsweg ist für beide mittlerweile selbstverständlich geworden. Mit ihrer Arbeit in der Werkstatt sichern sie nicht nur den Lebensunterhalt ihrer Familien, sondern sind zugleich Teil einer Branche mit Zukunft.

Elektromobilität gewinnt auch in Indien zunehmend an Bedeutung und ist eine zukunftsweisende Branche. Sie steht für nachhaltige Entwicklung, technologische Innovation und neue berufliche Chancen.

Die Ausbildung in Elektromobilität bei Don Bosco eröffnet jungen Menschen wie Kishor und Santosh damit nicht nur berufliche Chancen und langfristige Perspektiven für ihre Familien, sondern stärkt zugleich nachhaltige Mobilität und wirtschaftliche Entwicklung in ganz Indien.

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Häufige Fragen zum Thema Bildung & Zukunftschancen

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Auf der Basis des christlichen Menschenbildes war es für Don Bosco das Ziel all seines Wirkens, junge Menschen zu „aufrichtigen Bürgern und guten Christen„ heranzubilden. Ihm ging es um eine ganzheitliche Erziehung, die von Spaß, Nähe und Herzlichkeit geprägt war. Don Bosco verstand sich als Erzieher und Seelsorger zugleich. Seine Pädagogik der Vorsorge ist vor allem eine „Beziehungspädagogik“. Don Bosco selbst prägte dafür den Ausdruck "Assistenz". Er sieht den Erzieher vor allem als „Assistenten“, der interessiert und aufmerksam, ermutigend und unterstützend, mal fördernd und mal fordernd dem jungen Menschen zur Seite steht.

Weltweit können rund 750 Millionen Erwachsene nicht richtig lesen und schreiben. Besonders hoch ist der Anteil der Analphabeten in Subsahara-Afrika und Südasien. Oft ist Bildung ein Luxusgut und Schulen nur für Menschen in Großstädten oder gegen hohe Schulgebühren zugänglich. Don Bosco ist überall dort aktiv, wo Kindern und Jugendlichen die Chance auf Bildung verwehrt wird. Wir bauen Schulen, finanzieren Lernmaterialien, fördern Lehrer:innen und ermöglichen Schulstipendien.

Ein besonderer Arbeitsschwerpunkt von Don Bosco ist die berufliche Bildung junger Menschen. In fast allen Ländern, in denen Don Bosco aktiv ist, bieten wir auch Ausbildungsplätze für Jugendliche oder treten als Vermittler auf. Dabei arbeiten wir eng mit regionalen Partnern aus der Wirtschaft zusammen. So können die Ausbildungspläne den Bedürfnissen und Standards des Arbeitsmarktes angepasst und möglichst viele Auszubildende direkt nach der Ausbildung in Arbeit vermittelt werden.

Don Bosco ist eine große Gemeinschaft und bietet viele Möglichkeiten, mitzumachen und Jugendlichen eine bessere Zukunft zu schenken. Der einfachste Weg ist durch eine Spende. Jede Hilfe trägt dazu bei, das Leben von Millionen Jugendlichen etwas besser zu machen! Erfahre hier, wie Du sonst noch aktiv werden kannst.

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Zwei lächelnde Frauen mit grauen Haaren, eine mit schulterlangen Wellen, die andere mit kurzen, stacheligen Haaren.
Tanja Kabon & Inés Bautz