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Der gefährliche Traum vom besseren Leben Monicas Traum wird zum Albtraum
Monica wollte nicht viel, nur ein eigenes Fahrrad – für uns eine Selbstverständlichkeit. Nicht so in der Region Assam in Indien. Wie die meisten Menschen dort schuftet Monicas Vater jeden Tag auf einer Teeplantage. Er ist Alleinverdiener der Familie. Der niedrige Lohn reicht kaum, um als Familie über die Runden zu kommen. Geld für ein Fahrrad bleibt definitiv nicht übrig.
Schulabbruch für einen kleinen Traum
Die 16-jährige Monica bricht die Schule ab, um mit ihrem Vater auf der Teeplantage zu arbeiten. Das bringt der Familie etwas mehr Einkommen. Mit dem selbst verdienten Geld will Monica auf das eigene Fahrrad sparen. Doch das Teepflücken bringt nicht genug ein.
Ein Junge aus dem Dorf erzählte mir, dass ich als Haushaltshilfe in Guwahati, der nächsten Großstadt, mehr verdienen könne. Ich war so aufgeregt: Mein Traum könnte doch in Erfüllung gehen! Ich überlegte nicht lang und folgte ihm zu einem Vermittler.
Der Vermittler brachte Monica nicht nach Guwahati, sondern ins 2.000 km entfernte Delhi. Dort soll sie als Haushaltshilfe einer älteren Frau arbeiten.
Ich habe gesehen, wie die ältere Dame dem Vermittler eine große Summe Geld in die Hand drückt. Dann hat mir der Vermittler mein Handy weggenommen. Da wurde mir klar: Ich bin verkauft worden!

Tochter einer Teearbeiter-Familie und Opfer von Menschenhandel
Tagaus tagein muss Monica nun schuften. Von früh morgens bis weit nach Mitternacht schrubbt sie Böden, wäscht Geschirr, fegt und pflegt die alte Dame. Sie hat nicht einen Tag frei – und wird für ihre harte Arbeit nicht einmal bezahlt.
Monica fragt ihre Arbeitgeberin regelmäßig nach ihrem Gehalt. Die erwidert stets, das habe sie an den Vermittler überwiesen, sie solle sich an ihn wenden. Aber wie soll sie ihn – oder gar ihre Familie – ohne Telefon erreichen? Monica ist verzweifelt.
Monicas Rettung: Das Don Bosco-Anti-Menschenhandels-Komitee
Eines Tages kommt ein Handwerker ins Haus und Monica bittet ihn um sein Handy. Zum Glück hat sie die Nummer ihrer Mutter im Kopf – und erreicht sie!
Monicas Mutter handelt schnell. Sie hat vom Anti-Menschenhandels-Komitee der Don Bosco Schwestern gehört. Die engagierten Freiwilligen machen über den Jungen den Vermittler ausfindig und setzen ihn mit der Androhung rechtlicher Konsequenzen unter Druck. Mit Erfolg!
Nur wenige Wochen nach Monicas Anruf bei ihrer Mutter können sich die beiden wieder in die Arme schließen. Monicas monatelanges Martyrium hat ein Ende!
Schutz und Bildung bei Don Bosco
Don Bosco schützt Mädchen wie Monica mit Schulbildung und Aufklärung vor den Fängen des Menschenhandels. Der geschützte Raum stärkt ihr Selbstbewusstsein und hilft ihnen, ihre Zukunftsperspektiven zu verbessern. Doch es geht auch ganz praktisch: Denn viele Familien zögern, ihre Töchter zur Schule gehen zu lassen. Denn dann können die Mädchen tagsüber nicht mit auf der Teeplantage arbeiten. Reicht das Geld dann noch, um alle satt zu bekommen?
Die Lösung: Eine warme Mahlzeit in der Schule
Täglich wird daher eine warme Mahlzeit für alle Schülerinnen der Don Bosco Schule gekocht. So sind die Mädchen fit für den Unterricht. Zugleich wird den armen Familien eine Last von den Schultern genommen: Ein Magen weniger, der gefüllt werden muss! Dann steht dem Schulbesuch der Töchter nichts mehr im Weg. Mit einem Schulabschluss in der Tasche können die Mädchen ihr Leben selbstständig und selbstbewusst gestalten und der Armut entkommen. Mädchen mit Schulbildung haben in Assam bessere Zukunftschancen und sind weniger anfällig für die Versprechen von Menschenhändlerinnen und -händlern.
