25 Jahre Stiftung „Kinder brauchen ein Zuhause“

Zeit zum Spielen und unbeschwert Kind sein: Im Familienhaus Pokrova in Lemberg finden Kinder und Jugendliche Geborgenheit, Gemeinschaft und verlässliche Begleitung. Das Projekt wird seit vielen Jahren von der Stiftung „Kinder brauchen ein Zuhause“ unterstützt.

Vor 25 Jahren wurde die Stiftung „Kinder brauchen ein Zuhause“ gegründet. Was mit dem Einsatz für Straßenkinder in Moskau begann, hat sich zu einem verlässlichen Hilfsnetzwerk für benachteiligte Kinder und Jugendliche in mehreren Ländern Osteuropas entwickelt. Rund 4,75 Millionen Euro konnten seitdem für 18 Projekte eingeworben werden – für Kinder und Jugendliche, die Schutz, Bildung und neue Perspektiven brauchen. 

München/Bonn – Der Anfang dieser Geschichte liegt in Moskau. Mitte der 1990er-Jahre besucht der Salesianer Don Boscos Pater Bruno Bauer († 2021) ein kleines Jugendzentrum. Plötzlich kommen zwei Jungen herein, bitten um etwas zu essen und verschwinden wieder. Sie sind nicht älter als acht Jahre, ihre Kleidung ist zerlumpt. Später erfährt Bauer, dass es Straßenkinder sind – zwei von vielen Tausend, die damals ohne Zuhause auf den Straßen der russischen Hauptstadt lebten. Die Begegnung lässt ihn nicht mehr los. Aus dem Wunsch, diesen Kindern dauerhaft zu helfen, entsteht zunächst das Don-Bosco-Kinderhaus in Moskau-Fili und schließlich die Stiftung „Kinder brauchen ein Zuhause“. 

Den finanziellen Grundstein legt 2001 Pater Stefan Stöhr, der sein Primizgeld als Gründungskapital in die neu errichtete Stiftung einbringt. Der Priester und Pädagoge gehört damit zu den Mitbegründern einer Stiftung, die bis heute jungen Menschen in schwierigen Lebenssituationen Hoffnung schenkt. „Don Bosco hat junge Menschen nie auf ihre Not reduziert, sondern immer ihre Würde und ihre Möglichkeiten gesehen. Genau darum ging und geht es auch unserer Stiftung: Kindern, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, ein Zuhause, Vertrauen und Zukunft zu schenken. Im Grunde tun wir heute in Osteuropa das, was Don Bosco im Turin des 19. Jahrhunderts getan hat – jungen Menschen zur Seite zu stehen, die sonst kaum eine Chance hätten“, erklärt Stöhr, heute Geschäftsführer des Don Bosco Werks in Deutschland. 

Genau darum ging und geht es auch unserer Stiftung: Kindern, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, ein Zuhause, Vertrauen und Zukunft zu schenken.

Lächelnder Mann in grauer Trachtenjacke mit grünen Revers und grüner Krawatte, vor unscharfem grünem Hintergrund.
Pater Stefan Stöhr
Geschäftsführer des Don Bosco Werks Deotschland

Aus den ersten Hilfsmaßnahmen für Straßenkinder ist in den vergangenen 25 Jahren ein Netzwerk der Solidarität entstanden. Heute unterstützt die Stiftung Projekte der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern in mehreren Ländern Osteuropas. Herzstück bleibt das Kinderhaus in Moskau-Fili, das mit Unterstützung der Stiftung errichtet wurde und seit 2002 bis zu 40 Kindern und Jugendlichen ein familiäres Zuhause bietet. Hinzu kommen unter anderem das Familienhaus in Lemberg in der Ukraine, ein Projekt für Roma-Kinder in Tirana sowie eine Einrichtung für besonders benachteiligte Kinder und Jugendliche in Constanța in Rumänien. 

Seit ihrer Gründung konnte die Stiftung rund 4,75 Millionen Euro an Spenden und anderen Zuwendungen einwerben. Hinter diesen Zahlen stehen Kinder und Jugendliche, deren Leben sich durch ein sicheres Zuhause, verlässliche Begleitung, Bildung und Ausbildung nachhaltig verändert hat. 

Die Herausforderungen haben sich in den vergangenen 25 Jahren verändert. Wo früher vor allem Straßenkinder in Russland im Mittelpunkt standen, prägen heute Krieg, Flucht, Armut und soziale Ausgrenzung das Leben vieler junger Menschen in Osteuropa. Gerade deshalb ist der Auftrag der Stiftung aktueller denn je. Davon ist auch Pater Stöhr überzeugt: „Die Not vieler Kinder hat heute ein anderes Gesicht als vor 25 Jahren. Geblieben ist ihre Sehnsucht nach Geborgenheit, Zuwendung und einer Zukunft – eine Sehnsucht, die junge Menschen auf der ganzen Welt verbindet. Umso wichtiger sind Orte, an denen junge Menschen erfahren: Du bist wertvoll, du bist willkommen und du hast eine Chance. Genau das wollte Don Bosco den Jugendlichen seiner Zeit schenken – und genau das bleibt auch 25 Jahre nach der Gründung unserer Stiftung unser Auftrag.“ 

Noch immer brauchen Kinder und Jugendliche in Osteuropa Menschen, die an sie glauben und ihnen Zukunft eröffnen.

Pater Josef Grünner
Vorstand der Stiftung

Möglich geworden ist diese Hilfe durch die Unterstützung zahlreicher Spenderinnen und Spender, Kirchengemeinden, Schulen, Stiftungen und Unternehmen. Viele begleiten die Stiftung seit ihrer Gründung mit Spenden, Zustiftungen, Vermächtnissen oder Erbschaften. Weil die Verwaltungskosten über die Erträge des Stiftungskapitals gedeckt und zahlreiche Aufgaben ehrenamtlich übernommen werden, fließen die eingehenden Spenden nahezu vollständig in die Projektarbeit. Mit den Leitungen der geförderten Projekte vor Ort besteht über die Don Bosco Mission in Bonn ein direkter und regelmäßiger Kontakt. So ist gewährleistet, dass die Hilfen dort ankommen, wo sie gebraucht werden, und die Stiftung die Entwicklung der Projekte kontinuierlich begleiten kann. 

Pater Josef Grünner, Vorstand der Stiftung seit 2017, blickt nach vorn: „25 Jahre Stiftung sind kein Anlass, sich zurückzulehnen. Noch immer brauchen Kinder und Jugendliche in Osteuropa Menschen, die an sie glauben und ihnen Zukunft eröffnen. Deshalb wollen wir auch in den kommenden Jahren verlässlich an ihrer Seite bleiben – gemeinsam mit allen, die unsere Stiftung seit vielen Jahren tragen und unterstützen.“

Kinder brauchen ein Zuhause – damals wie heute. Diesem Auftrag fühlt sich die Stiftung auch nach 25 Jahren verpflichtet. Sie setzt damit den Geist Don Boscos fort: jungen Menschen Halt zu geben, ihre Talente zu fördern und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen. Damit diese Hilfe weitergehen kann, ist die Stiftung auch künftig auf Spenden, Erbschaften und andere Zuwendungen angewiesen.

Spendenkonto

Wer die Arbeit der Stiftung „Kinder brauchen ein Zuhause“ unterstützen möchte, kann auf folgendes Konto spenden:

Stiftung „Kinder brauchen ein Zuhause“
IBAN: DE21 7002 0500 3740 1300 13
Bank: Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort: Kinder brauchen ein Zuhause

Hintergrund

Die Stiftung „Kinder brauchen ein Zuhause“ wurde am 11. August 2001 gegründet. Sie ist eine unselbständige Stiftung im Don Bosco Stiftungszentrum und unterstützt Projekte der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Osteuropa. 

Seit ihrer Gründung konnten rund 4,75 Millionen Euro für Hilfsprojekte bereitgestellt werden. Zu den aktuellen Förderschwerpunkten gehören das Don-Bosco-Kinderhaus in Moskau-Fili, das Familienhaus in Lemberg (Ukraine), Projekte in Tirana (Albanien) sowie eine Einrichtung für besonders bedürftige Kinder und Jugendliche in Constanța (Rumänien). 

www.kinderbraucheneinzuhause.de