Don Bosco erinnert an Missionar P. Lunkenbein und den Bororo Simão

Würzburg − Mit vielfältigen Aktionen hat Don Bosco auf dem Katholikentag in Würzburg an den Missionar P. Rudolf Lunkenbein und den Bororo Simão erinnert, deren Ermordung sich 2026 zum 50. Mal jährt. Der Passauer Bischof Stefan Oster, selbst Salesianer Don Boscos, rief dazu auf, für die Seligsprechung des aus dem Erzbistum Bamberg stammenden Ordensmannes zu beten. Ein Verfahren läuft derzeit in Rom. 

In einem Gottesdienst mit dem Bamberger Erzbischof Herwig Gössl verwies Oster an das für die damalige Zeit außergewöhnliche Missionsverständnis P. Lunkenbeins. Dieser habe in Brasilien das Leben des Volkes der Bororo geteilt, sich an ihre Seite gestellt und Elemente ihrer Kultur in die katholische Liturgie eingebaut. „Wir dienen dem anderen nur, wenn wir lernen, ihn auch als Gabe zu empfangen“, sagte Oster. „Dann wird unsere eigene Hingabe auch ein Geschenk für ihn.“ P. Lunkenbein sei ein „großes Vorbild für uns alle im Dienst am anderen, ganz besonders auch an den jungen Menschen“, so Oster. „Wir beten darum, dass Rom, dass der Vatikan, dass die Kardinäle verstehen, dass er wirklich ein Seliger ist.“ Kinder und Jugendliche spielten Szenen aus dem Leben P. Lunkenbeins und seines Mitarbeiters und Freundes Simão nach. Zentrale Motive ihrer Arbeit wurden als Graffiti auf einem Plakat festgehalten. 

Wo können wir heute mutig sein?

Bei Kanufahrten auf dem Main konnten sich Besucherinnen und Besucher mit dem Leben und Wirken P. Lunkenbeins und Simãos auseinandersetzen. „Wasser ist ein Teil von Brasilien“, sagte Streetartkünstler Mika Springwald, der die Aktion im Auftrag Don Boscos begleitete, in seiner Einführung. Er wies auf den Mut des Salesianers und seines Freundes hin und lud die Teilnehmenden ein, während der Fahrt miteinander ins Gespräch zu kommen zur Frage „wo können wir heute mutig sein?“. Eine Broschüre mit Informationen und Gedankenanstößen sollte den Austausch unterstützen. Die Boote für die Aktion hatte die Umweltstation von Don Bosco Ensdorf zur Verfügung gestellt. 

Premiere hatte im Rahmen des Katholikentags auch ein rund einstündiger Dokumentarfilm über das Wirken Pater Lunkenbeins und Simão Bororos in Brasilien, der historische Recherche, Begegnungen mit der Bororo-Gemeinschaft und künstlerische Aktionen miteinander verbindet. Dieser war im Februar während einer Recherchereise einer deutschen Gruppe unter Leitung von Pater Johannes Kaufmann und dem Produzenten René Da Rold entstanden und macht die Bedeutung von Lunkenbein und Simão für kirchliches Engagement, indigene Rechte und interkulturellen Dialog sichtbar – 50 Jahre nach ihrem Tod.

Die Don Bosco Familie bot auf dem Katholikentag in Würzburg von 13. bis 17. Mai ein buntes Programm. Zentraler Treffpunkt war das Don Bosco Zirkuszelt auf den Mainwiesen hinter der Friedensbrücke, das den Abschluss der Katholikentagsmeile bildete. Dort erwartete die Besucherinnen und Besucher ein lebendiger Ort für Kinder, Jugendliche und Familien mit Spiel, Begegnung und Raum für Austausch. 

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