Doratea Erkeling: Unterstützung für Don Bosco auf der ganzen Welt

Begonnen hat alles 1979 während ihrer Hochzeitsreise: Doratea Erkeling zeigte ihrem Mann Hans ihre kolumbianische Heimat. An vielen Orten, wo es soziale Nöte gab und sie fragten, wer denn hier helfe, war die Antwort: „Don Bosco“. Zurück zuhause, im Hagener Stadtteil Hohenlimburg, nahm das Paar Kontakt mit der Missionsprokur der Salesianer Don Boscos, heute Don Bosco Mission, in Bonn auf und sammelte seither Spenden für die Arbeit von Don Bosco. 1997 gründeten sie sogar den Verein „Don Bosco International“, der mit Vorträgen, Benefizveranstaltungen und Versandaktionen informiert und um Spenden wirbt. Allein in den vergangenen zehn Jahren kamen rund 1,3 Millionen Euro Spenden für Projekte in der ganzen Welt zusammen.

Hilfe immer nachhaltig 

Doratea Erkeling und ihrem mittlerweile verstorbenen Mann war es wichtig, sich ein eigenes Bild zu machen, und so unternahmen sie immer wieder Reisen zu Projekten der Salesianer und der Don Bosco Schwestern. „Wir kamen jedes Mal ganz anders zurück“, erzählt Erkeling. „Man verändert sich. Auf der einen Seite leidet man mit, aber auf der anderen Seite wird man bekräftigt in dem, was man tut.“

Besonders beeindruckt die 81-Jährige, dass bei Don Bosco immer nachhaltig geholfen wird. „Es geht darum, den Teufelskreis aus Armut und fehlender Bildung zu durchbrechen.“ Viele Projekte sind ihr in Erinnerung geblieben, zum Beispiel eines in Sambia, in dem Mädchen lernten, Taschen, Ketten und Stoffe herzustellen. Immer samstags begleiteten die Don Bosco Schwestern die Jugendlichen in ein reicheres Viertel, um ihre Produkte zu verkaufen, und zahlten das Geld auf eigene Konten für jedes Mädchen ein, damit sie ein wenig Startkapital für ihr späteres Leben hatten. Oder das Projekt in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, in dem Familien jeden Monat einen Korb voller Lebensmittel bekamen, wenn sie eines der Bildungsangebote besucht hatten. „Zu jedem Projekt von Don Bosco gehört eine gute Mahlzeit, und das ist sehr wichtig“, sagt Erkeling.

Etwas erreichen für die Allgemeinheit 

Bevor sie als Fremdsprachenkorrespondentin an die kolumbianische Botschaft in Bonn kam, ist sie in Kolumbien in einem Arbeiterviertel aufgewachsen, ohne Strom und fließendes Wasser. Sie besuchte aber eine deutsche Schule, an der vor allem Kinder aus wohlhabenden Familien unterrichtet wurden. „Ich glaube, das hat es ausgemacht, dass ich eine enorme Wertschätzung für jede soziale Ebene empfinde und eine Zuneigung zu allen Menschen.“ Die finanzielle Hilfe für Don Bosco reichte ihr nicht, sie wollte auch ganz praktisch helfen und engagierte sich lange Jahre in der Pfarrcaritas Hohenlimburg, mit sozialer Beratung, einer Kleiderkammer, Deutschkursen für Geflüchtete.

Ihr Leben lang wollten sie und ihr Mann etwas erreichen, nicht für sich selbst, sondern für die Allgemeinheit. Dafür wurden sie 2019 sogar mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Auch ihre Kinder Anna und Stefan halfen immer tatkräftig mit. Nun kann Doratea Erkeling zufrieden zurückblicken: „Den kleinen Beitrag, den man leisten kann, den haben wir gegeben.“