Pilgerfahrt Taizé – auf der Suche nach Antworten

Junge Menschen besuchten Taizé und die Stadt Cluny. Pater Johannes Kaufmann (vorne M.), Henrike Brenk (vorne 2. v. r.) und die Ordensschwestern Bashisha und Joyful (vorne 2. v. l. bzw. Mitte 4. v. r.) begleitete die Gruppe und half bei der Suche nach Antworten auf Fragen zum Pilger- und Sehnsuchtsort Taizé.

Eine Gruppe junger Menschen machte sich für eine Woche auf den Weg nach Taizé. Begleitet wurden wir von Pater Johannes Kaufmann, Henrike Brenk und den Ordensschwestern Bashisha und Joyful. Von Würzburg aus begann die Reise nach einem Reisesegen am 16. September. Auf dem Weg nach Taizé wurden die Pausen genutzt, um das sportliche Können der Reisenden zu testen. Beim Zwischenstopp in Karlsruhe stiegen schließlich die letzten Teilnehmenden zu und die Gruppe war vollzählig. Nun stellte sich jedem und jeder die Frage: Was suchen wir in Taizé? 

Stille, Gemeinschaft und Frieden

Warum sich so viele junge Menschen jedes Jahr nach Taizé aufmachen, hat sich auch der Prior Bruder Matthew in seinem diesjährigen Brief gefragt und ein paar Antworten dazu gefunden: 

Vielleicht suchten manche von uns Ruhe. Denn Teil der drei Gebete pro Tag sind mehrere Minuten der Stille. Manche von uns gingen auch besonders frühzeitig in die Kirche, um schon vorher die Ruhe dort auszukosten. 

Vielleicht suchten wir auch Gemeinschaft. Wir aßen fast jede Mahlzeit zusammen und trafen uns jeden Tag vor dem Abendessen, um uns über unseren Tag auszutauschen. Aber auch außerhalb der Gruppe lernten wir neue Menschen kennen, zum Beispiel in der Warteschlange bei der Essensausgabe. 

Vielleicht suchten wir auch nach Frieden. So hatten wir am Freitagabend die Möglichkeit, für den Frieden zu beten, und erfuhren jeden Tag, wie ein friedliches Zusammenleben mit Menschen unterschiedlicher Herkunft aussehen kann. 

Blick hinter die Kulissen

Besonders spannend war der Austausch mit einem Bruder vor Ort, der uns von seinem Alltag in der Gemeinschaft erzählte und uns so hinter die Kulissen blicken ließ. Er sprach mit uns darüber, warum Frauen derzeit noch nicht in den Taizéorden aufgenommen werden und wie sein eigener Berufungsweg aussah. Nur die Frage, welche steuerrechtliche Form Taizé einnimmt, konnte er leider nicht beantworten. :-) 

Einige von uns hatten auch die Möglichkeit, bei einem Treffen mit Bruder Matthew, dem Prior von Taizé, dabei zu sein. Am letzten Abend, bevor es wieder nach Hause ging, machten wir uns noch auf, um die nahegelegene Stadt Cluny zu besuchen. Nachdem wir die Mauerreste der ehemals größten Kirche der Welt besichtigt hatten, gab es für jeden und jede noch eine Pizza – vermutlich für viele von uns die erste sättigende Mahlzeit seit Beginn der Reise. 

Am 23. September machten wir uns wieder auf den Rückweg – die Koffer voll mit Souvenirs und die Köpfe voller schöner Erinnerungen und Inspiration.