Vier Salesianer Don Boscos zu Diakonen geweiht

München – Vier Salesianer Don Boscos haben am Samstag, 17. Oktober 2026, in München die Diakonenweihe empfangen. Der Passauer Bischof Dr. Stefan Oster SDB weihte Anthony Acquah (35), Martin Böing (49), Banraplang Nongrum (32) und Duy-Duy Josef Trinh (44) durch Handauflegung und Weihegebet zu Diakonen. 

Für die vier Ordensmänner ist die Weihe ein wichtiger Schritt auf ihrem Berufungsweg zum Priestertum. Im Mittelpunkt ihres künftigen Dienstes steht neben der Seelsorge besonders die Begleitung junger Menschen im Geist des Priesters und Ordensgründers Johannes Bosco (1815-1888). 

Der feierliche Weihegottesdienst fand in der Pfarrkirche St. Wolfgang in München-Haidhausen statt, wo die Salesianer Don Boscos in der Pfarr- und Jugendseelsorge tätig sind. Gemeinsam mit ihren Mitbrüdern, Angehörigen, Freunden und Wegbegleitern feierten die vier Salesianer diesen besonderen Tag.

Vier Lebenswege – eine Berufung

In seiner Predigt ging Bischof Oster zunächst auf die unterschiedlichen Berufungswege der vier Weihekandidaten ein. Ihre Lebensgeschichten reichen vom Aufwachsen in einer Familie mit Fluchtgeschichte über die Arbeit mit jungen Geflüchteten und Erfahrungen in der Gefängnisseelsorge bis hin zur sozialpädagogischen Begleitung benachteiligter Jugendlicher. Bei aller Verschiedenheit werde in allen vier Biografien das salesianische Charisma sichtbar: die besondere Hinwendung zu jungen Menschen, vor allem zu jenen, die Unterstützung und Begleitung brauchen.

Im Mittelpunkt der Predigt stand das Wort aus dem Johannesevangelium, in dem Jesus vom Weizenkorn spricht, das sterben muss, um Frucht zu bringen (Joh 12,24–26). Oster verdeutlichte, wie herausfordernd die darin angesprochene Bereitschaft zur Hingabe gerade in einer Gesellschaft sein könne, in der materielle Sicherheit, Anerkennung und persönliche Erfüllung einen hohen Stellenwert hätten. 

Dienst an den Menschen

Für einen Salesianer bedeute die Nachfolge Jesu, Gott an die erste Stelle zu setzen und Christus besonders in den Mitmenschen und jungen Menschen zu erkennen. Gerade im sozialen und seelsorglichen Engagement bestehe jedoch die Gefahr, unbewusst nach Anerkennung für das eigene Tun zu suchen. Entscheidend sei deshalb die innere Haltung: nicht die eigene Leistung in den Mittelpunkt zu stellen, sondern den Menschen um ihrer selbst willen und aus der Liebe Christi heraus zu dienen. So könne Gottes Liebe durch das eigene Leben erfahrbar werden.

Oster nahm auch Bezug auf den heiligen Ignatius von Antiochien, dessen Gedenktag auf den 17. Oktober fällt, und erinnerte an die drei Stufen des Weihesakraments. Ein Priester und auch ein Bischof bleibe immer Diakon und damit Diener. Darin liege eine wichtige innere Korrektur: Im Mittelpunkt des kirchlichen Amtes stehe nicht die eigene Person, sondern der Dienst an den Menschen. 

Als Vorbild verwies Oster auf seinen Ordensvater Don Bosco, der jungen Menschen mit Vertrauen und Zuwendung begegnet sei und ihnen die Freude am Glauben vermittelt habe. Diese Freude als Kennzeichen salesianischer Liebe wünschte der Bischof auch den vier neuen Diakonen für ihren künftigen Dienst.

Vier Lebenswege. Eine Berufung. Ein gemeinsamer Auftrag.

Lernen Sie die neuen Diakone näher kennen. Am Ende der Seite finden Sie unsere Kurzportraits.

Fotos: Klaus D. Wolf

Für junge Menschen da sein

Auch für die Deutsche Provinz der Salesianer Don Boscos ist die Weihe der vier Mitbrüder ein besonderer Anlass zur Freude. Provinzial P. Reinhard Gesing SDB hatte die Kandidaten im Rahmen des Weiheritus vorgestellt und dem Bischof zur Weihe empfohlen. 

„Ich wünsche unseren vier Mitbrüdern, dass sie sich die Freude an ihrer Berufung bewahren und immer wieder neu erfahren, wie erfüllend es ist, für andere Menschen da zu sein. Als Salesianer Don Boscos sind wir besonders zu den jungen Menschen gesandt. Angesichts der vielen Krisen und psychischen Belastungen brauchen diese mehr denn je kompetente Begleiter. Ich wünsche mir von den neuen Diakonen, dass sie ihnen mit einem offenen Herzen begegnen, ihnen zuhören und sie auf ihrem Lebensweg begleiten. Mögen sie in ihrem Dienst spüren, dass Gott sie trägt und ihnen die Kraft gibt, für die Menschen das zu sein, was unser Auftrag ist: Zeichen und Botschafter der Liebe Gottes.“

Diakon sein heißt dienen

Das Wort „Diakon“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Diener“. Im Weihesakrament werden Diakone, Priester und Bischöfe durch Handauflegung für ihren Dienst in der Kirche bestellt. Zu den Aufgaben eines Diakons gehören die Verkündigung des Evangeliums, die Predigt, die Assistenz bei der Eucharistiefeier, die Spendung der Taufe, die Assistenz bei kirchlichen Trauungen sowie der caritative Dienst an Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Die Weihe macht deutlich, dass der Dienst am Menschen zum Wesen der Kirche gehört, ganz besonders im Blick auf die benachteiligten und bedürftigen Menschen. 

Für die vier Salesianer Don Boscos ist das Diakonat zugleich eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Priesterweihe. Ihr besonderer Auftrag  bleibt dabei die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, vor allem mit jungen Menschen, die Unterstützung und Begleitung brauchen.

Die vier neuen Diakone im Portrait

Banraplang Nongrum stammt aus Shillong im nordostindischen Bundesstaat Meghalaya. Er wuchs in unmittelbarer Nähe einer Einrichtung der Salesianer Don Boscos auf und lernte die Ordensgemeinschaft schon als Kind kennen. 2015 legte er in Indien seine Erste Profess ab, 2021 folgte die Ewige Profess in Ensdorf. Nach seinem Studium der Philosophie und Soziologie in Indien kam er 2019 nach Deutschland. Im August 2026 schloss er sein Theologiestudium am Bischöflichen Studium Rudolphinum in Regensburg ab. 

Für Nongrum steht der Dienst am Menschen im Mittelpunkt seiner Berufung. „Die Diakonenweihe ist ein sehr wichtiger Schritt auf meinem Berufungsweg. Für mich ist sie nicht einfach eine weitere Etappe auf dem Weg zum Priestertum, sondern eine Einladung, noch tiefer zu verstehen, was es bedeutet, zu dienen“, erklärt er.

Besonders freut er sich darauf, Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen zu begleiten, ihnen zuzuhören und ihre Freuden und Schwierigkeiten mit ihnen zu teilen. Nach seiner Weihe wird er in der Pfarreiengemeinschaft Benediktbeuern und in der Jugendarbeit im Kloster mitwirken. Begleitend absolviert er einen Pastoralkurs in Friedberg. Seine Priesterweihe ist voraussichtlich für Anfang 2028 geplant.

Anthony Acquah stammt aus Sunyani-Odumase in Ghana. Schon als Kind lernte er die Salesianer Don Boscos in seiner Heimatpfarrei und im Oratorium kennen. Besonders ihre Offenheit und ihr Engagement für junge Menschen beeindruckten ihn. Nach dem Noviziat in Ghana legte er 2014 seine Erste Profess ab, 2021 folgte die Ewige Profess in Ensdorf. Er studierte Philosophie in Nigeria und Katholische Theologie an der Universität Wien. Auf seinem Weg als Salesianer sammelte er Erfahrungen in Ghana, Nigeria, München, Gadheim, Würzburg und Wien. Heute lebt er im Kloster Benediktbeuern.

Die Diakonenweihe ist für ihn eine besondere Verantwortung und zugleich ein Geschenk. „Durch die Ausübung der liturgischen Dienste möchte ich meine Beziehung zu Gott vertiefen und Jesus nicht nur am Altar, sondern auch im Alltag durch mein Wort und meine Taten bezeugen“, sagt Acquah. Besonders wichtig sei ihm, „für die Menschen da zu sein und ihnen die Liebe Gottes erfahrbar zu machen“.

Künftig wird er zur Hälfte in der Pfarrei St. Kilian in Bad Heilbrunn tätig sein und dort auch in der Klinikseelsorge mitwirken. Die andere Hälfte seiner Arbeitszeit wird er als Bildungsreferent im Kloster Benediktbeuern mitwirken.

Duy-Duy Josef Trinh wurde in Regensburg geboren. Seine Eltern stammen aus Vietnam. Nach dem Maschinenbaustudium in Nürnberg arbeitete er zunächst mehrere Jahre als Konstruktionsingenieur. Die Frage nach dem tieferen Sinn seines Lebens führte ihn schließlich zu den Salesianern Don Boscos, die er bereits aus seiner Jugend kannte. 2015 legte er in Pinerolo in Italien seine Erste Profess ab, 2021 folgte die Ewige Profess in Ensdorf. Er studierte Theologie in Wien und Soziale Arbeit in Benediktbeuern.

An Don Bosco begeistert ihn besonders dessen lebensnaher Glaube. „Er war mitten unter den Jugendlichen, auf dem Spielplatz, in der Werkstatt, auf der Straße“, beschreibt Trinh sein Vorbild.

Die Diakonenweihe bedeutet für ihn vor allem Vertrauen. „Ich gehe diesen Weg, weil ich spüre: Das ist mein Platz, hier kann ich meinen Beitrag leisten. Als Diakon möchte ich einfach da sein, nah bei den Menschen, bei ihren Sorgen und Freuden.“

Trinh arbeitet als Sozialpädagoge im Jugendhilfezentrum Don Bosco Sannerz (Hessen) und ist zugleich in der Pfarrei Christkönig in Flieden tätig. Auch als Diakon möchte er besonders Kinder und Jugendliche begleiten und ihnen helfen, Vertrauen in sich selbst und in Gott zu entwickeln.

Martin Böing stammt aus Rheine-Mesum im Münsterland. Er studierte Erziehungswissenschaften in Bielefeld und anschließend Theologie in Münster. Nach ersten beruflichen Erfahrungen lernte er die Salesianer Don Boscos kennen und arbeitete ab 2016 als Erzieher im Don Bosco Jugendhilfezentrum Sannerz. 2019 legte er seine Erste Profess auf dem Colle Don Bosco in Italien ab, seine Ewige Profess folgte 2025 in Chemnitz.

An den Salesianern begeistern ihn besonders die Verbindung von Theologie und Pädagogik sowie das positive Menschenbild Don Boscos. Dessen Leitspruch „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“ bringt für ihn eine Haltung zum Ausdruck, die er auch jungen Menschen vermitteln möchte.

„Die Diakonenweihe ist für mich ein wichtiger Schritt auf meinem Berufungsweg“, sagt Böing. Besonders freut er sich auf die drei Bereiche des diakonischen Dienstes: den Dienst am Altar, die Verkündigung und die Nächstenliebe.

Böing bleibt nach seiner Weihe in Chemnitz. Dort arbeitet er jeweils zur Hälfte in der katholischen Pfarrei Heilige Mutter Teresa und bei Don Bosco Sachsen. In Burgstädt und Hartmannsdorf begleitet er junge Menschen während ihrer Ausbildung.