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Straßenkinder in Bolivien Andres aus Santa Cruz
Andres' Weg zurück ins Leben
Andres war 13, als er auf der Straße landet. Wie so viele Straßenkinder in Bolivien erlebt er Gewalt zu Hause. Immer öfter haut er von Zuhause ab. Sein Vater trinkt zu viel Alkohol und schlägt Frau und Kinder. Diese ständige Angst vor dem unberechenbaren Vater, die Schreie, die Tränen der Mutter. Das alles hält Andres nicht mehr aus.Auf der Straße baut er sich eine neue Familie auf. Er hängt viel mit drei anderen Jugendlichen rum – anderen Menschen vertraut er nicht. Doch mit den neuen „Freunden“ rutscht er immer tiefer ab.
Zwei Jahre später ist sein Alltag völlig aus den Fugen geraten. Süchtig nach Drogen, verliert er die Kontrolle. Um an Geld zu kommen, plant er mit einem Freund in eine Schule einzubrechen. Dabei geht alles schief. Andres wird er geschnappt. Letztendlich ist das sein Glück, denn so kommt er ins Don Bosco Straßenkinderzentrum Techo Pinardi.
Ich war so tief gefallen. Ich wusste selbst nicht mehr, was ich tat.

ehemaliges Straßenkind aus Santa Cruz, Bolivien
Hilfe, die Leben verändert
Als Andres im Don Bosco Zentrum ankommt, ist er abhängig von leichten Drogen. Die ersten Tage sind schwer. Doch genau hier zeigt sich, wie umsichtig die Hilfe für Straßenkinder in Bolivien ist. Die Don Bosco Sozialarbeiter und die anderen Jungen, die hier wohnen, helfen ihm sehr.Denn sie akzeptieren ihn, wie er ist. Sie haben keine unrealistische Erwartungen an ihn, weil sie wissen, wie er sich fühlt.
Die Jungs, und auch die Pädagoginnen und Pädagogen, versichern ihm immer wieder, dass er es schafft. Sie sind für ihn da. Sie mildern sein Zittern, die Schweißausbrüche, das Gefühl, etwas zu verpassen – alles Entzugserscheinungen seiner Abhängigkeit. Sie alle sind sein Halt und genau diese Gemeinschaft macht den Unterschied in der Hilfe, die Don Bosco Straßenkindern bietet.
Ich studiere Psychologie, weil man mir bei Don Bosco zugehört hat.

ehemaliges Straßenkind aus Santa Cruz, Bolivien
Inspiration für Andres
Die Psychologin im Don Bosco Straßenkinderzentrum prägt Andres besonders. Sie hört zu und schenkt ihm Vertrauen. Diese Erfahrung verändert seinen Blick auf die Zukunft. „Ich studiere Psychologie, weil mich die Psychologin bei Don Bosco so motiviert hat. Einfach weil sie immer die richtigen Worte gefunden und mir wirklich zugehört hat. Das möchte ich auch können“, fasst Andres seine Begeisterung zusammen.
Andres Traum wird wahr
Bis heute prägen den jungen Mann die Unterstützung und die Ermutigung, die er bei Don Bosco und durch die besondere Don Bosco Pädagogik erlebt hat. Dadurch ist er erfolgreich von den Drogen losgekommen. Und dadurch hat er ein Ziel im Leben bekommen.
Heute ist Andres 20 Jahre alt. Er studiert Psychologie und verfolgt ein klares Ziel. Er möchte selbst Kinder von der Straße retten und ihnen helfen. Sein Plan für die Zukunft ist klar: „Weil mich der Fußball so begeistert, möchte ich Sportpsychologe werden. Da ist mein Traum. Den ich erreichen werde, davon bin ich überzeugt!“
Ich möchte Sportpsychologe werden. Das ist mein Traum.

ehemaliges Straßenkind aus Santa Cruz, Bolivien
Hilfe im Techo Pinardi
Das Techo Pinardi hilft Straßenkindern in Bolivien jeden Tag konkret. Es gibt Kindern von der Straße ein Dach über dem Kopf, warme Mahlzeiten, medizinische Hilfe und vor allem Vertrauen und Schutz.
Das Zentrum ist rund um die Uhr geöffnet. Jungen zwischen 12 und 17 Jahren kommen hier zur Ruhe. Bis zu 15 Jungen wohnen dauerhaft im Zentrum. Sie lernen, ohne Drogen zu leben und sich wieder an Regeln und Pflichten zu halten. Jeder in seinem Tempo. Schritt für Schritt. Genau so lassen sich Kinder von der Straße retten.
Hilfe, die wirkt Unsere Arbeit für Straßenkinder in Bolivien zeigt messbare Ergebnisse:
erreicht unsere Straßensozialarbeit regelmäßig. Wir bauen Vertrauen auf und bieten Perspektiven. So können wir nachhaltig Straßenkinder helfen.
konnten für Straßenkinder beschafft werden. Ein Ausweis ist der Schlüssel zu Bildung und Arbeit. 85 Jugendliche wurden erstmals registriert. Damit gibt Don Bosco Straßenkindern ihre Identität zurück.
hat Don Bosco begleitet. Viele Straßenkinder in Bolivien sind krank oder geschwächt. Unsere Teams begleiten sie zu medizinischer Versorgung. So können wir Kinder von der Straße retten und stabilisieren.
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Häufige Fragen zum Thema Straßenkinder & Soziale Arbeit
„Youth at Risk“ bezeichnet junge Menschen, deren Entwicklung durch schwierige Lebensumstände erheblich gefährdet ist. Dazu zählen Armut, Gewalt, fehlender Zugang zu Bildung, Flucht, Diskriminierung oder Konflikte mit dem Gesetz. Der Begriff beschreibt nicht die Persönlichkeit der Jugendlichen, sondern die Risiken ihrer Lebenssituation.
Straßenkinder sind Kinder und Jugendliche, die zeitweise oder dauerhaft ohne festen Wohnsitz leben und den größten Teil ihres Alltags im öffentlichen Raum verbringen. Sie sind häufig auf sich allein gestellt, arbeiten oft informell, um zu überleben, und sind besonders gefährdet durch Armut, Ausbeutung, Gewalt oder fehlenden Schutz. Straßenkinder gibt es weltweit – auch in Deutschland – und sie benötigen gezielte Unterstützung, um Sicherheit, Bildung und Perspektiven zu erhalten.
Schätzungen zufolge leben rund 100 Millionen Kinder ganz oder zeitweise auf der Straße. Verlässliche Zahlen sind schwer zu erheben. Häufige Gründe sind extreme Armut, familiäre Gewalt, Vernachlässigung, Krieg, Flucht oder der Verlust der Eltern. Straßenkinder sind besonders gefährdet durch Ausbeutung, Missbrauch und fehlenden Schutz.
Ja. Auch in Deutschland leben Minderjährige zeitweise ohne festen Wohnsitz oder halten sich überwiegend im öffentlichen Raum auf. Die Ursachen liegen meist in familiären Konflikten, Gewalt oder Überforderung im Elternhaus. Die Betroffenen wechseln häufig zwischen Notunterkünften, Bekannten und der Straße.
Als „schwer erreichbar“ gelten junge Menschen, die von bestehenden Bildungs- und Hilfesystemen kaum erreicht werden. Oft leben sie in instabilen Verhältnissen, haben negative Erfahrungen mit Institutionen gemacht oder sind bereits aus Schule, Ausbildung oder Jugendhilfe herausgefallen.
Nein, der Begriff ist nicht auf Deutschland beschränkt. Weltweit gibt es junge Menschen, die durch Armut, Gewalt, fehlenden Zugang zu Bildung, Flucht oder instabile Lebensverhältnisse kaum erreicht werden. International wird dafür häufig der Begriff „hard-to-reach“ oder der Fachbegriff Youth at Risk verwendet.
Eine genaue Zahl gibt es nicht, in Deutschland sind aber zehntausende Jugendliche schwer erreichbar. Häufige Gründe sind Armut, familiäre Konflikte, psychische Belastungen, Gewalterfahrungen, Suchterkrankungen, Schulabbrüche oder fehlendes Vertrauen in staatliche Hilfesysteme. Auch weltweit stehen Millionen Jugendliche vor ähnlichen Herausforderungen. In vielen Ländern fehlen jedoch ausreichende Unterstützungsangebote.
Die Gründe sind vielfältig und häufig sozial bedingt. Dazu gehören Armut, fehlende Bildung, Leben auf der Straße oder mangelnde familiäre Unterstützung. Viele Jugendliche geraten wegen Diebstählen, im Umfeld von Banden oder im Zusammenhang mit Drogenhandel und Kinderprostitution mit dem Gesetz in Konflikt. Hinter den Straftaten stehen oft Perspektivlosigkeit und soziale Notlagen.
Weltweit befinden sich mehrere hunderttausend Minderjährige in Haft – in Untersuchungshaft, Strafvollzug oder geschlossenen Einrichtungen. Die Bedingungen unterscheiden sich stark je nach Land. In vielen Regionen leben gefangene Jugendliche unter unwürdigen Bedingungen. Es fehlen Bildungsangebote, rechtliche Unterstützung und eine angemessene Betreuung.
Bereits Johannes Bosco setzte sich im 19. Jahrhundert für Jugendliche im Gefängnis ein. Er war überzeugt, dass junge Menschen Begleitung und Bildung benötigen, um ihr Leben neu auszurichten. Don Bosco führt dieses Engagement weltweit fort, insbesondere im Bereich Jugendstrafvollzug und Resozialisierung.
Noch Fragen? Unser Team ist gern für dich da!
























