Blonde Frau in pinkfarbenem Hoodie drückt Klingelknopf an Gegensprechanlage mit Nr. 15, blickt zurück.

Aufsuchende Sozialarbeit in Berlin

Jessica ist Sozialarbeiterin im Don Bosco Team im Berliner Stadtteil Marzahn. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist es, Jugendliche in ihrem direkten Umfeld aufzusuchen und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen.

Jugendliche erreichen, wo sie sich aufhalten

Ein kalter Morgen in Berlin-Marzahn. Die Straßen sind leer, die Plattenbauten monoton. Doch in der Manege des Don Bosco Zentrums herrscht eine andere Atmosphäre: warm und lebendig. Jugendliche spielen Kicker, puzzeln oder essen gemeinsam Mittag. Ein geschäftiges, aber zugleich ruhiges Bild. Ein Ort, an dem junge Menschen entspannen und zur Ruhe kommen können. Pater Simon Härting SDB, Leiter der Einrichtung, begrüßt uns mit einem Lächeln. „Die Manege ist rund um die Uhr geöffnet“, erklärt er. „Hier kann jeder hinkommen, es gibt keine Vorurteile und keinen Druck.“

Hilfe rund um die Uhr

Die Manege ist ein geschützter Raum für Jugendliche, die nicht wissen, an wen sie sich wenden können. Viele von ihnen haben mit schwierigen familiären Situationen zu kämpfen, sind von Armut betroffen oder finden keinen Zugang zu Bildung und Arbeit. Hier finden sie nicht nur einen Platz zum Verweilen, sondern auch eine warme Mahlzeit, ein offenes Ohr und im Notfall sogar ein Bett für die Nacht.

Im Gespräch mit Jessica & Michelle Luke Kelly besucht Don Bosco in Berlin

Willkommen in Berlin Luke bei Don Bosco – Teil 1

In Berlin-Marzahn trifft sich Luke mit dem Einrichtungsleiter Pater Simon Härting SDB und erfährt mehr über die Don Bosco Arbeit für Kinder und Jugendliche und die Idee dahinter. Unterwegs mit Sozialarbeiterin Jessica lernt Luke mit welchen Herausforderungen Jugendliche in Berlin-Marzahn konfrontiert sind und was es braucht, um diese zu beseitigen.

Mit dem Bus durch Marzahn Luke Kelly bei Don Bosco – Teil 2

Am zweiten Tag seines Besuchs lernt Luke Sozialarbeiterin Michelle kennen und fährt mit ihr im Beratungsbus durch das Viertel. Luke trifft auch Maria, die seit einigen Wochen bei Don Bosco lebt, und ihm von ihrer Geschichte und ihren Träumen für die Zukunft erzählt.

Brücken bauen, zurück ins Leben

Jessica, eine Sozialarbeiterin im Don Bosco Team, kennt die Sorgen der Jugendlichen nur zu gut. Ihre Aufgabe ist es, jungen Menschen wieder eine Perspektive zu bieten. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf schwer erreichbaren Jugendlichen, den sogenannten hard to reach”-Jugendlichen. Das sind Jugendliche, die von staatlichen Hilfen nicht mehr erreicht werden und durch das soziale Netz fallen. „Auch wenn diese Jugendlichen schwer zu erreichen sind, so dürfen wir sie nicht aufgeben“, erklärt Jessica. „Und genau deshalb gehen wir zu ihnen hin. Wir klingeln an den Türen, hoffen, dass man uns reinlässt und schauen dann wie wir helfen können.“

Deine Hilfe für Kinder und Jugendliche in Deutschand & weltweit

Zwei Frauen in Wintermänteln lächeln und unterhalten sich draußen auf einem Sims. Im Hintergrund ist ein gelber Bus mit "BOMBUS" zu sehen.

Ein vergessener Bezirk

Marzahn gehört zu den sozial schwächeren Bezirken Berlins. Hohe Arbeitslosigkeit, finanzielle Not und Perspektivlosigkeit prägen den Alltag vieler junger Menschen. Don Bosco setzt auf langfristige Begleitung statt auf schnelle Lösungen. Neben individueller Unterstützung und der Möglichkeit bei Don Bosco zu wohnen, bietet die Manege berufsvorbereitende Programme und Aktivierungshilfen für Jugendliche in schwierigen Lebenslagen an, etwa im Malerhandwerk, in der Hauswirtschaft oder im Handel. Ein Beratungsbus fährt zweimal die Woche an öffentliche Plätze des Viertels, um Menschen direkt vor Ort Hilfestellung zu bieten.

Hilfe für schwer erreichbare Jugendliche Die „Manege im Don Bosco Zentrum“ in Berlin-Marzahn

Ein Mann mit dunklen Haaren und eine blonde Frau in rosa Hoodie spazieren im Freien und unterhalten sich.

Jessica ist eine Sozialarbeiterin im Don Bosco Team in Berlin-Marzahn. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf sogenannten „schwer erreichbaren“ Jugendlichen. Jugendliche, die durch das soziale Netz fallen.  ©Tapehouse Productions

Blonde Frau in pinkfarbenem Hoodie drückt Klingelknopf an Gegensprechanlage mit Nr. 15, blickt zurück.

„Auch wenn diese Jugendlichen schwer zu erreichen sind, so dürfen wir sie nicht aufgeben“, erklärt Jessica. „Und genau deshalb gehen wir zu ihnen hin. Wir klingeln an den Türen und schauen dann wie wir helfen können.“ ©Tapehouse Productions

Ein Mann und zwei Frauen stehen vor einem weißen Boni-Bus mit der Aufschrift „Wir beraten dich mobil“ auf einem sonnigen Platz.

Mehrmals in der Woche fährt das Team von Don Bosco in Berlin mit einem Beratungsbus an öffentliche Plätze im Viertel Berlin-Marzahn. ©Tapehouse Productions

Zwei Frauen in Wintermänteln lächeln und unterhalten sich draußen auf einem Sims. Im Hintergrund ist ein gelber Bus mit "BOMBUS" zu sehen.

Auch Sozialarbeiterin Michelle kennt die Ängste und Sorgen der Jugendlichen im Viertel. Wo es möglich ist, hilft sie direkt vor Ort und Stelle. ©Tapehouse Productions

Ein lächelnder Mann mit Brille und Fleecejacke spricht mit einer Frau an einem Tisch in einem hellen Raum.

Pater Simon Härting SDB ist der Einrichtungsleiter der “Manege im Don Bosco Zetrum in Berlin”. Die Manege ist eine Anlaufstelle für junge Menschen im Viertel. Ein Ort, an dem sie zur Ruhe kommen und Hilfe finden können. ©Tapehouse Productions

Vier Personen unterhalten sich an einer modernen Küchentheke mit Kerze und Blumen. Im Hintergrund ein Willkommensschild und ein Holzkreuz.

Das Team der Manege ist 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr für diese Jugendlichen da. Viele junge Menschen haben mit schwierigen familiären Situationen zu kämpfen, sind von Armut betroffen oder finden keinen Zugang zu Bildung und Arbeit. ©Tapehouse Productions

Kleine Erfolge mit großer Bedeutung

„Wir können nicht jedes Problem lösen“, sagt Pater Simon. „Aber wir können immer da sein, wenn jemand uns braucht.“ Er lächelt, als er von den kleinen Erfolgen spricht, die die wahre Bedeutung seiner Arbeit ausmachen. „Es sind diese Momente, die uns zeigen, dass es sich lohnt“, sagt er. Jemand hat seinen Schulabschluss nachgeholt oder seine Ausbildung bestanden, ein anderer hat seinen Job in einem Jahr nur zweimal gewechselt oder wurde nicht mehr gekündigt. „Jeder Schritt nach vorn zählt“, fügt er hinzu. „Und genau das macht unsere Arbeit so wertvoll.“

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Häufige Fragen zum Thema Straßenkinder & Soziale Arbeit

Die Gründe sind vielfältig und häufig sozial bedingt. Dazu gehören Armut, fehlende Bildung, Leben auf der Straße oder mangelnde familiäre Unterstützung. Viele Jugendliche geraten wegen Diebstählen, im Umfeld von Banden oder im Zusammenhang mit Drogenhandel und Kinderprostitution mit dem Gesetz in Konflikt. Hinter den Straftaten stehen oft Perspektivlosigkeit und soziale Notlagen.

Weltweit befinden sich mehrere hunderttausend Minderjährige in Haft – in Untersuchungshaft, Strafvollzug oder geschlossenen Einrichtungen. Die Bedingungen unterscheiden sich stark je nach Land. In vielen Regionen leben gefangene Jugendliche unter unwürdigen Bedingungen. Es fehlen Bildungsangebote, rechtliche Unterstützung und eine angemessene Betreuung.

Bereits Johannes Bosco setzte sich im 19. Jahrhundert für Jugendliche im Gefängnis ein. Er war überzeugt, dass junge Menschen Begleitung und Bildung benötigen, um ihr Leben neu auszurichten. Don Bosco führt dieses Engagement weltweit fort, insbesondere im Bereich Jugendstrafvollzug und Resozialisierung.

Noch Fragen? Unser Team hilft dir gerne weiter!

Zwei lächelnde Frauen mit grauen Haaren, eine mit schulterlangen Wellen, die andere mit kurzen, stacheligen Haaren.
Tanja Kabon & Inés Bautz