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Aufsuchende Sozialarbeit in Berlin
Jugendliche erreichen, wo sie sich aufhalten
Ein kalter Morgen in Berlin-Marzahn. Die Straßen sind leer, die Plattenbauten monoton. Doch in der Manege des Don Bosco Zentrums herrscht eine andere Atmosphäre: warm und lebendig. Jugendliche spielen Kicker, puzzeln oder essen gemeinsam Mittag. Ein geschäftiges, aber zugleich ruhiges Bild. Ein Ort, an dem junge Menschen entspannen und zur Ruhe kommen können. Pater Simon Härting SDB, Leiter der Einrichtung, begrüßt uns mit einem Lächeln. „Die Manege ist rund um die Uhr geöffnet“, erklärt er. „Hier kann jeder hinkommen, es gibt keine Vorurteile und keinen Druck.“
Hilfe rund um die Uhr
Die Manege ist ein geschützter Raum für Jugendliche, die nicht wissen, an wen sie sich wenden können. Viele von ihnen haben mit schwierigen familiären Situationen zu kämpfen, sind von Armut betroffen oder finden keinen Zugang zu Bildung und Arbeit. Hier finden sie nicht nur einen Platz zum Verweilen, sondern auch eine warme Mahlzeit, ein offenes Ohr und im Notfall sogar ein Bett für die Nacht.
Brücken bauen, zurück ins Leben
Jessica, eine Sozialarbeiterin im Don Bosco Team, kennt die Sorgen der Jugendlichen nur zu gut. Ihre Aufgabe ist es, jungen Menschen wieder eine Perspektive zu bieten. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf schwer erreichbaren Jugendlichen, den sogenannten „hard to reach”-Jugendlichen. Das sind Jugendliche, die von staatlichen Hilfen nicht mehr erreicht werden und durch das soziale Netz fallen. „Auch wenn diese Jugendlichen schwer zu erreichen sind, so dürfen wir sie nicht aufgeben“, erklärt Jessica. „Und genau deshalb gehen wir zu ihnen hin. Wir klingeln an den Türen, hoffen, dass man uns reinlässt und schauen dann wie wir helfen können.“
Ein vergessener Bezirk
Marzahn gehört zu den sozial schwächeren Bezirken Berlins. Hohe Arbeitslosigkeit, finanzielle Not und Perspektivlosigkeit prägen den Alltag vieler junger Menschen. Don Bosco setzt auf langfristige Begleitung statt auf schnelle Lösungen. Neben individueller Unterstützung und der Möglichkeit bei Don Bosco zu wohnen, bietet die Manege berufsvorbereitende Programme und Aktivierungshilfen für Jugendliche in schwierigen Lebenslagen an, etwa im Malerhandwerk, in der Hauswirtschaft oder im Handel. Ein Beratungsbus fährt zweimal die Woche an öffentliche Plätze des Viertels, um Menschen direkt vor Ort Hilfestellung zu bieten.
Kleine Erfolge mit großer Bedeutung
„Wir können nicht jedes Problem lösen“, sagt Pater Simon. „Aber wir können immer da sein, wenn jemand uns braucht.“ Er lächelt, als er von den kleinen Erfolgen spricht, die die wahre Bedeutung seiner Arbeit ausmachen. „Es sind diese Momente, die uns zeigen, dass es sich lohnt“, sagt er. Jemand hat seinen Schulabschluss nachgeholt oder seine Ausbildung bestanden, ein anderer hat seinen Job in einem Jahr nur zweimal gewechselt oder wurde nicht mehr gekündigt. „Jeder Schritt nach vorn zählt“, fügt er hinzu. „Und genau das macht unsere Arbeit so wertvoll.“
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Häufige Fragen zum Thema Straßenkinder & Soziale Arbeit
Die Gründe sind vielfältig und häufig sozial bedingt. Dazu gehören Armut, fehlende Bildung, Leben auf der Straße oder mangelnde familiäre Unterstützung. Viele Jugendliche geraten wegen Diebstählen, im Umfeld von Banden oder im Zusammenhang mit Drogenhandel und Kinderprostitution mit dem Gesetz in Konflikt. Hinter den Straftaten stehen oft Perspektivlosigkeit und soziale Notlagen.
Weltweit befinden sich mehrere hunderttausend Minderjährige in Haft – in Untersuchungshaft, Strafvollzug oder geschlossenen Einrichtungen. Die Bedingungen unterscheiden sich stark je nach Land. In vielen Regionen leben gefangene Jugendliche unter unwürdigen Bedingungen. Es fehlen Bildungsangebote, rechtliche Unterstützung und eine angemessene Betreuung.
Bereits Johannes Bosco setzte sich im 19. Jahrhundert für Jugendliche im Gefängnis ein. Er war überzeugt, dass junge Menschen Begleitung und Bildung benötigen, um ihr Leben neu auszurichten. Don Bosco führt dieses Engagement weltweit fort, insbesondere im Bereich Jugendstrafvollzug und Resozialisierung.
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