Lächelnder bärtiger Mann in weißem Hemd mit verschränkten Armen vor einem grünen Stand des "Kinderhilfezentrums".

Streetwork am Busbahnhof in Indien Malathesh aus Bangalore

Als kleiner Junge hat Malathesh lange auf der Straße gelebt. Um gefährdete Kinder vor diesem Schicksal zu bewahren, arbeitet er heute als Sozialarbeiter am Bushof von Bangalore.

"Ich sehe mich selbst in den Kindern“

Jeden Tag geht Malathesh zum Busbahnhof von Bangalore. Dort kommen Kinder an, die aus Armut oder schwierigen Familienverhältnissen fliehen und in der Großstadt ihr Glück suchen. Malathesh kennt die Gefahren, die auf diese Kinder warten – vor 30 Jahren war er selbst in derselben Lage und landete auf der Straße.

Vermisste Kinder in Indien

Malathesh arbeitet im BOSCO Child Assistance Centre (CAC). Seit 42 Jahren setzt sich Don Bosco in Bangalore dafür ein, Kinder und Jugendliche in Not zu retten. Jedes Jahr werden in Indien mehr als 100.000 Kinder als vermisst gemeldet – fast 300 pro Tag. Viele von ihnen landen auf der Straße, werden verschleppt oder als Kinderarbeiter ausgebeutet.

Ein Tag im Leben von... Malathesh aus Bangalore

Ein Mann geht an einem gelben Schild vorbei, das die UN-Kinderrechte von 1989 und ein Zitat von Malala in Indien bewirbt.

Am Busbahnhof von Bangalore stranden täglich Kinder, die vor Armut und Hoffnungslosigkeit von Zuhause fliehen. ©ich.tv/Nishant Ratnakar

© Don Bosco Mission Bonn / ich.tv / Nishant Ratnakar
Ein Mann in einem grünen Kinderhilfsstand an einem belebten indischen Busbahnhof. Schilder werben für Kinderrechte und Hilfsnummern.

Auch Malathesh war mal unter diesen Kindern. Vor 30 Jahren floh er vom Dorf in die Großstadt. ©ich.tv/Nishant Ratnakar

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Eine Hand hält ein gelbes Formular für eine Vermisstenanzeige von BOSCO Bangalore, im Hintergrund ein Poster.

Heute hilft Malathesh dabei, vermisste Kinder wieder nach Hause zu bringen.  ©ich.tv/Nishant Ratnakar

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Person pinnt ein Vermisstenplakat an eine rote Pinnwand mit Kinderzeichnungen und einem 'Kinderrechtswoche'-Programm.

Mehr als 100.000 Kinder und Jugendliche werden jedes Jahr in Indien vermisst. ©ich.tv/Nishant Ratnakar

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Ein älterer Mann mit Brille telefoniert auf einem belebten Bahnhofsgleis, über ihm ein Schild mit „PLATFORM 4“.

Pater Pallipuram SDB war es, der Malathesh damals als kleinen Jungen auf der Straße fand. ©ich.tv/Nishant Ratnakar

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Eine Frau im Sari, ein Kind und ein Mann, der auf sein Smartphone schaut, an einem öffentlichen Ort in Indien.

Auch heute noch setzt sich der Salesianer für Kinder ein, die alleine am Bahnhof unterwegs sind. ©ich.tv/Nishant Ratnakar

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Wandgemälde eines fröhlichen Kindergesichts, bunter Flügel und des Textes „Khushi Hub Child Friendly Space“ an einer Wand mit Bänken.

Bei Don Bosco finden gefährdete Kinder Hilfe. Sie werden zurück in ihre Familien gebracht oder finden in einer Don Bosco Einrichtung ein neues Zuhause. ©ich.tv/Nishant Ratnakar

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Ein lächelnder Mann in weißem Hemd mit 'BOSCO Bangalore' Lanyard steht mit verschränkten Armen vor einem belebten Busbahnhof.

Malathesh ist glücklich, dass er Kindern helfen und sie vor einem Schicksal auf der Straße bewahren kann. ©ich.tv/Nishant Ratnakar

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Immer dort, wo Straßenkinder sich aufhalten

Die Teams von Don Bosco sind an Bahnhöfen, Bushaltestellen, Marktplätzen und anderen öffentlichen Orten präsent – überall dort, wo gefährdete Kinder sich aufhalten könnten. Ihr Ziel: die Kinder ausfindig machen, wieder mit ihren Familien zusammenführen oder ihnen, wenn eine Rückkehr nicht möglich ist, einen Platz in einer der sieben Don Bosco Einrichtungen anbieten.

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Eine lächelnde dreiköpfige Familie (Frau, Mann, Junge) steht vor einem einfachen Haus.

Als Junge auf der Straße

Auf diese Weise fand auch Malathesh seinen Weg zu Don Bosco. Als kleiner Junge entdeckte Pater Pallipuram SDB ihn eines Morgens schlafend am Busbahnhof. Er brachte Malathesh in eine Don Bosco Einrichtung, wo er ein neues Zuhause fand. Malathesh blieb bei Don Bosco und absolvierte später dort auch eine Ausbildung.

Vom Straßenkind zum Sozialarbeiter

Heute möchte Malathesh durch seine Arbeit der Gesellschaft etwas zurückgeben. „Ich sehe mich selbst in den Kindern, die ich rette. Wenn ich ihnen helfe, erinnere ich mich an den Tag, an dem Pater Palli mir geholfen hat. Das treibt mich an und inspiriert mich, diese Arbeit weiterzumachen.“

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Häufige Fragen zum Thema Straßenkinder & Soziale Arbeit

„Youth at Risk“ bezeichnet junge Menschen, deren Entwicklung durch schwierige Lebensumstände erheblich gefährdet ist. Dazu zählen Armut, Gewalt, fehlender Zugang zu Bildung, Flucht, Diskriminierung oder Konflikte mit dem Gesetz. Der Begriff beschreibt nicht die Persönlichkeit der Jugendlichen, sondern die Risiken ihrer Lebenssituation.

Straßenkinder sind Kinder und Jugendliche, die zeitweise oder dauerhaft ohne festen Wohnsitz leben und den größten Teil ihres Alltags im öffentlichen Raum verbringen. Sie sind häufig auf sich allein gestellt, arbeiten oft informell, um zu überleben, und sind besonders gefährdet durch Armut, Ausbeutung, Gewalt oder fehlenden Schutz. Straßenkinder gibt es weltweit – auch in Deutschland – und sie benötigen gezielte Unterstützung, um Sicherheit, Bildung und Perspektiven zu erhalten.

Schätzungen zufolge leben rund 100 Millionen Kinder ganz oder zeitweise auf der Straße. Verlässliche Zahlen sind schwer zu erheben. Häufige Gründe sind extreme Armut, familiäre Gewalt, Vernachlässigung, Krieg, Flucht oder der Verlust der Eltern. Straßenkinder sind besonders gefährdet durch Ausbeutung, Missbrauch und fehlenden Schutz.

Ja. Auch in Deutschland leben Minderjährige zeitweise ohne festen Wohnsitz oder halten sich überwiegend im öffentlichen Raum auf. Die Ursachen liegen meist in familiären Konflikten, Gewalt oder Überforderung im Elternhaus. Die Betroffenen wechseln häufig zwischen Notunterkünften, Bekannten und der Straße.

Als „schwer erreichbar“ gelten junge Menschen, die von bestehenden Bildungs- und Hilfesystemen kaum erreicht werden. Oft leben sie in instabilen Verhältnissen, haben negative Erfahrungen mit Institutionen gemacht oder sind bereits aus Schule, Ausbildung oder Jugendhilfe herausgefallen.

Nein, der Begriff ist nicht auf Deutschland beschränkt. Weltweit gibt es junge Menschen, die durch Armut, Gewalt, fehlenden Zugang zu Bildung, Flucht oder instabile Lebensverhältnisse kaum erreicht werden. International wird dafür häufig der Begriff „hard-to-reach“ oder der Fachbegriff Youth at Risk verwendet.

Eine genaue Zahl gibt es nicht, in Deutschland sind aber zehntausende Jugendliche schwer erreichbar. Häufige Gründe sind Armut, familiäre Konflikte, psychische Belastungen, Gewalterfahrungen, Suchterkrankungen, Schulabbrüche oder fehlendes Vertrauen in staatliche Hilfesysteme. Auch weltweit stehen Millionen Jugendliche vor ähnlichen Herausforderungen. In vielen Ländern fehlen jedoch ausreichende Unterstützungsangebote.

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Zwei lächelnde Frauen mit grauen Haaren, eine mit schulterlangen Wellen, die andere mit kurzen, stacheligen Haaren.
Tanja Kabon & Inés Bautz