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Straßenkindern helfen
Ein "Bosco Boy" gibt Hoffnung weiter
Als Francis sechs Monate alt war, wurde er von seinen Eltern am Straßenrand ausgesetzt. Heute ist er 32 Jahre alt, glücklich verheiratet, Vater von zwei Kindern – und sagt ganz klar: Sein ganzes Leben verdankt er Don Bosco. Schon als Kind lernte er alle Einrichtungen der Salesianer in Nairobi kennen: das Straßenkinder-Zentrum in Langata, später die Schule in Kuwinda und schließlich auch die Ausbildungsstätte „Boys Town“. Jede Station bei Don Bosco gab ihm ein Stück Zuhause, Bildung und eine Perspektive.
Don Bosco als Familie
„Von klein auf hat mir Don Bosco alles gegeben“, erzählt er. „Ein Zuhause. Brüder und Schwestern, die zu meiner Familie wurden. Freunde. Essen. Ein Dach über dem Kopf. Und Bildung.“ Auch beim Start ins Berufsleben ließen ihn die Salesianer nicht allein: Sie halfen ihm, eine feste Stelle zu finden. „Manchmal mache ich den Witz, Don Bosco hat mir sogar meine Frau geschenkt“, sagt er lachend. „Aber es stimmt tatsächlich, wir haben uns bei Don Bosco kennengelernt.“
Ein Zuhause, das hält
Don Bosco ist das einzige Zuhause, das Francis je hatte. „Ich hatte nicht einmal einen Namen. Die Salesianer haben mir einen gegeben.“ Seine Kindheit war alles andere als geradlinig. Er wechselte oft die Schule, blieb zeitweise ganz weg und kam bei Freunden unter. „Ich war ein ziemlich schwieriger Junge“, gibt er offen zu. „Nicht leicht zu erziehen. Aber die Salesianer haben mich nie aufgegeben. Und dafür bin ich ihnen bis heute dankbar.“
Das ist für mich der einzige Weg, Danke zu sagen. Indem wir anderen helfen - so wie uns geholfen wurde.
Vorsitzender des Alumni-Netzwerks "Bosco Boys"
Die Chance auf eine Zukunft
Schließlich bekam er noch einmal eine echte Chance: eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Während dieser Zeit nahm ihn die Mutter einer Klassenkameradin bei sich auf. Heute nennt er sie ganz selbstverständlich seine Mutter. Nach dem Abschluss fand er über Don Bosco eine feste Anstellung als Kfz-Mechaniker und arbeitet bis heute in diesem Beruf. Nach seiner Herkunft habe er nie aktiv gesucht, auch wenn er später seine Schwester und einen Bruder kennenlernen sollte. „Mein Zuhause ist Don Bosco. Ich habe eine Mutter. Meine Frau hat eine Schwiegermutter, meine Kinder eine Großmutter. Ich habe damit Frieden geschlossen. Ich bin nicht verbittert oder wütend. Meine Familie ist Don Bosco.“
Etwas zurückgeben
Heute möchte Francis etwas zurückgeben. Als Vorsitzender des Bosco Boys Alumni-Vereins engagiert er sich gemeinsam mit anderen Ehemaligen. Jeden Monat sammeln sie Geld, um die Jungen in den Einrichtungen zu unterstützen. Im Oktober 2023 reiste er in dieser Funktion zur Don Bosco Mission nach Bonn. Zusammen mit dem damaligen Einrichtungsleiter Pater Chege SDB und Don Bosco Botschafter Luke Kelly berichtete er Schülerinnen und Schülern in Deutschland von der Situation von Straßenkindern in Nairobi – und machte Mut, sich selbst sozial zu engagieren.
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Häufige Fragen zum Thema Straßenkinder & Soziale Arbeit
„Youth at Risk“ bezeichnet junge Menschen, deren Entwicklung durch schwierige Lebensumstände erheblich gefährdet ist. Dazu zählen Armut, Gewalt, fehlender Zugang zu Bildung, Flucht, Diskriminierung oder Konflikte mit dem Gesetz. Der Begriff beschreibt nicht die Persönlichkeit der Jugendlichen, sondern die Risiken ihrer Lebenssituation.
Straßenkinder sind Kinder und Jugendliche, die zeitweise oder dauerhaft ohne festen Wohnsitz leben und den größten Teil ihres Alltags im öffentlichen Raum verbringen. Sie sind häufig auf sich allein gestellt, arbeiten oft informell, um zu überleben, und sind besonders gefährdet durch Armut, Ausbeutung, Gewalt oder fehlenden Schutz. Straßenkinder gibt es weltweit – auch in Deutschland – und sie benötigen gezielte Unterstützung, um Sicherheit, Bildung und Perspektiven zu erhalten.
Schätzungen zufolge leben rund 100 Millionen Kinder ganz oder zeitweise auf der Straße. Verlässliche Zahlen sind schwer zu erheben. Häufige Gründe sind extreme Armut, familiäre Gewalt, Vernachlässigung, Krieg, Flucht oder der Verlust der Eltern. Straßenkinder sind besonders gefährdet durch Ausbeutung, Missbrauch und fehlenden Schutz.
Ja. Auch in Deutschland leben Minderjährige zeitweise ohne festen Wohnsitz oder halten sich überwiegend im öffentlichen Raum auf. Die Ursachen liegen meist in familiären Konflikten, Gewalt oder Überforderung im Elternhaus. Die Betroffenen wechseln häufig zwischen Notunterkünften, Bekannten und der Straße.
Als „schwer erreichbar“ gelten junge Menschen, die von bestehenden Bildungs- und Hilfesystemen kaum erreicht werden. Oft leben sie in instabilen Verhältnissen, haben negative Erfahrungen mit Institutionen gemacht oder sind bereits aus Schule, Ausbildung oder Jugendhilfe herausgefallen.
Nein, der Begriff ist nicht auf Deutschland beschränkt. Weltweit gibt es junge Menschen, die durch Armut, Gewalt, fehlenden Zugang zu Bildung, Flucht oder instabile Lebensverhältnisse kaum erreicht werden. International wird dafür häufig der Begriff „hard-to-reach“ oder der Fachbegriff Youth at Risk verwendet.
Eine genaue Zahl gibt es nicht, in Deutschland sind aber zehntausende Jugendliche schwer erreichbar. Häufige Gründe sind Armut, familiäre Konflikte, psychische Belastungen, Gewalterfahrungen, Suchterkrankungen, Schulabbrüche oder fehlendes Vertrauen in staatliche Hilfesysteme. Auch weltweit stehen Millionen Jugendliche vor ähnlichen Herausforderungen. In vielen Ländern fehlen jedoch ausreichende Unterstützungsangebote.
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