Don Bosco Helferin im Gespräch mit jungen Menschen in einer lebhaften, dicht besiedelten Gemeinde.

Straßenmädchen in Sierra Leone Mama Mary aus Freetown

In Freetown leben unzählige Mädchen auf der Straße. Viele müssen ihren Körper verkaufen, um zu überleben. Mama Mary ist Sozialarbeiterin bei Don Bosco. Sie hilft den Straßenmädchen und kämpt gegen Kinderprostitution in Sierra Leone.

Im Einsatz für Mädchen von der Straße

In den Slums von Freetown in Sierra Leone leben viele Mädchen ohne Schutz. Armut, Gewalt und sexuelle Ausbeutung prägen ihren Alltag. Oft wird von „Kinderprostitution“ gesprochen. Tatsächlich handelt es sich um die Ausbeutung von Kindern, die keine andere Wahl haben. Auch Formen von Kinderhandel sind in Sierra Leone verbreitet.

Don Bosco setzt sich mit aufsuchender Straßensozialarbeit für diese Kinder ein. Unsere Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter gehen direkt zu den Mädchen auf der Straße und bieten Hilfe, Schutz und neue Perspektiven.

Schutz für Mädchen ermöglichen
 

Einblick in unsere aufsuchende Straßensozialarbeit

Mama Mary im Einsatz

Mabinty Mary Kawa, genannt „Mama“ Mary, ist Sozialarbeiterin bei Don Bosco Fambul. Im Video berichtet sie von ihrer Arbeit mit Straßenmädchen in Sierra Leone.

Hilfe beginnt mit Vertrauen Mama Mary über die Soziale Arbeit von Don Bosco in Sierra Leone

Wie erreichen Sie die Mädchen auf der Straße?

Wir gehen in die Slums, um nach den Mädchen zu suchen, die dort leben und denen wir helfen wollen. Wir wollen verstehen, wie ihre Situation ist und was sie brauchen. Wir gehen zu ihnen, sprechen mit ihnen, beraten sie und erzählen ihnen von unseren Angeboten und unserer Einrichtung Don Bosco Fambul für gefährdete Mädchen.

Warum brauchen die Mädchen diese aufsuchende Straßensozialarbeit?

In den Slums in Freetown gibt es viele junge Mädchen auf der Straße, die sehr verletzlich sind. Ihr Zustand ist schlimm. Die meisten von ihnen sind nicht gesund. Viele sind sogar ernsthaft krank. Und genau deshalb kommen wir dorthin.

Wie helfen Sie den Straßenmädchen?

Wenn sie bereit sind, laden wir sie in unser Schutzzentrum Don Bosco Fambul ein. Wir zwingen sie nicht. Es ist ihre Entscheidung, mitzukommen. Und es ist wichtig, dass diese Entscheidung von ihnen selbst kommt.

Wenn sie dazu bereit sind, bringen wir sie zuerst in unsere Gesundheitsstation. Dort werden sie medizinisch durchgecheckt. Wir sind gut ausgestattet, versorgen Wunden und geben notwendige Medikamente. Besonders schlimme Fälle bringen wir ins Krankenhaus.
 

Schutz bei Don Bosco Fambul

Eine Krankenschwester untersucht ein Kind und misst Temperatur und Blutdruck an dessen Arm.
Kinder in passenden gemusterten Hemden essen Mahlzeiten aus bunten Schüsseln an langen Tischen in einem dekorierten Saal.
Gesundheitsfachkraft in lila Arbeitskleidung und Haarnetz berät Patientin, hält Medikament, in medizinischer Einrichtung.
Eine Frau hilft Kindern an einem Holztisch beim Lernen, umgeben von anderen Erwachsenen und Kindern. Ein Kind sitzt auf ihrem Schoß.
Kinder spielen und unterhalten sich auf einem staubigen Schulhof mit Gebäuden und Palmen im Hintergrund.
Drei Frauen und ein Kind stehen auf schmutzigem Boden, mit dem Rücken zur Kamera, vor einem Gebäude mit Wandgemälde. Ein Vogel fliegt.
Lachende junge Frauen in farbenfrohen Schürzen und Kopfbedeckungen an einem lebhaften Marktstand mit verschiedenen Artikeln.

Wie geht es bei Don Bosco Fambul weiter?

Wenn die ehemaligen Straßenmädchen gesund sind, können sie in das Mädchenwohnheim umziehen. Dann beginnt der Rehabilitationsprozess. Wir stehen ihnen mit Beratung zur Seite und schauen, ob wir sie wieder mit ihren Familien zusammenbringen können.

Vor allem suchen wir gemeinsam nach einer Zukunftsperspektive. Wir fragen sie: Willst du wieder zur Schule gehen oder eine praktische Ausbildung machen? Bei uns können die jungen Frauen eine Ausbildung zur Schneiderin, zur Friseurin oder zur Köchin machen. Nach der Ausbildung bekommen sie ein Starterkit für einen erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit. Und wir bieten Stipendien für weiterführende Bildung an.

Unser Ziel ist, dass sie auf eigenen Füßen stehen und unabhängig sind. Im besten Fall geben sie der Gesellschaft etwas zurück und werden Vorbilder für andere Mädchen.

Warum ist IHRE Arbeit so wichtig?

Diese Mädchen sind unsere Zukunft. Wir können sie nicht einfach so zurücklassen. Sie brauchen unsere Hilfe. Es ist ein harter Kampf, aber wir müssen unser Bestes tun, um die Situation zu verbessern und diesen jungen Menschen zu helfen.

Gemeinsam Straßenmädchen in Sierra Leone schützen

Die Arbeit von Sozialarbeiterinnen wie Mama Mary ist oft der erste Schritt in ein neues Leben.

Mit deiner Unterstützung kann Don Bosco noch mehr Mädchen erreichen und vor Ausbeutung, Gewalt und Armut in Sierra Leone schützen.

Hilf jetzt gefährdeten Mädchen mit unserer Straßensozialarbeit und unterstütze unseren Kampf gegen Kinderhandel und Kinderprostitution in Sierra Leone!

Deine Hilfe für Kinder und Jugendliche in Sierra Leone & weltweit

Don Bosco Helferin im Gespräch mit jungen Menschen in einer lebhaften, dicht besiedelten Gemeinde.

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Häufige Fragen zum Thema Straßenkinder & Soziale Arbeit

„Youth at Risk“ bezeichnet junge Menschen, deren Entwicklung durch schwierige Lebensumstände erheblich gefährdet ist. Dazu zählen Armut, Gewalt, fehlender Zugang zu Bildung, Flucht, Diskriminierung oder Konflikte mit dem Gesetz. Der Begriff beschreibt nicht die Persönlichkeit der Jugendlichen, sondern die Risiken ihrer Lebenssituation.

Straßenkinder sind Kinder und Jugendliche, die zeitweise oder dauerhaft ohne festen Wohnsitz leben und den größten Teil ihres Alltags im öffentlichen Raum verbringen. Sie sind häufig auf sich allein gestellt, arbeiten oft informell, um zu überleben, und sind besonders gefährdet durch Armut, Ausbeutung, Gewalt oder fehlenden Schutz. Straßenkinder gibt es weltweit – auch in Deutschland – und sie benötigen gezielte Unterstützung, um Sicherheit, Bildung und Perspektiven zu erhalten.

Schätzungen zufolge leben rund 100 Millionen Kinder ganz oder zeitweise auf der Straße. Verlässliche Zahlen sind schwer zu erheben. Häufige Gründe sind extreme Armut, familiäre Gewalt, Vernachlässigung, Krieg, Flucht oder der Verlust der Eltern. Straßenkinder sind besonders gefährdet durch Ausbeutung, Missbrauch und fehlenden Schutz.

Ja. Auch in Deutschland leben Minderjährige zeitweise ohne festen Wohnsitz oder halten sich überwiegend im öffentlichen Raum auf. Die Ursachen liegen meist in familiären Konflikten, Gewalt oder Überforderung im Elternhaus. Die Betroffenen wechseln häufig zwischen Notunterkünften, Bekannten und der Straße.

Als „schwer erreichbar“ gelten junge Menschen, die von bestehenden Bildungs- und Hilfesystemen kaum erreicht werden. Oft leben sie in instabilen Verhältnissen, haben negative Erfahrungen mit Institutionen gemacht oder sind bereits aus Schule, Ausbildung oder Jugendhilfe herausgefallen.

Nein, der Begriff ist nicht auf Deutschland beschränkt. Weltweit gibt es junge Menschen, die durch Armut, Gewalt, fehlenden Zugang zu Bildung, Flucht oder instabile Lebensverhältnisse kaum erreicht werden. International wird dafür häufig der Begriff „hard-to-reach“ oder der Fachbegriff Youth at Risk verwendet.

Eine genaue Zahl gibt es nicht, in Deutschland sind aber zehntausende Jugendliche schwer erreichbar. Häufige Gründe sind Armut, familiäre Konflikte, psychische Belastungen, Gewalterfahrungen, Suchterkrankungen, Schulabbrüche oder fehlendes Vertrauen in staatliche Hilfesysteme. Auch weltweit stehen Millionen Jugendliche vor ähnlichen Herausforderungen. In vielen Ländern fehlen jedoch ausreichende Unterstützungsangebote.

Die Gründe sind vielfältig und häufig sozial bedingt. Dazu gehören Armut, fehlende Bildung, Leben auf der Straße oder mangelnde familiäre Unterstützung. Viele Jugendliche geraten wegen Diebstählen, im Umfeld von Banden oder im Zusammenhang mit Drogenhandel und Kinderprostitution mit dem Gesetz in Konflikt. Hinter den Straftaten stehen oft Perspektivlosigkeit und soziale Notlagen.

Weltweit befinden sich mehrere hunderttausend Minderjährige in Haft – in Untersuchungshaft, Strafvollzug oder geschlossenen Einrichtungen. Die Bedingungen unterscheiden sich stark je nach Land. In vielen Regionen leben gefangene Jugendliche unter unwürdigen Bedingungen. Es fehlen Bildungsangebote, rechtliche Unterstützung und eine angemessene Betreuung.

Bereits Johannes Bosco setzte sich im 19. Jahrhundert für Jugendliche im Gefängnis ein. Er war überzeugt, dass junge Menschen Begleitung und Bildung benötigen, um ihr Leben neu auszurichten. Don Bosco führt dieses Engagement weltweit fort, insbesondere im Bereich Jugendstrafvollzug und Resozialisierung.

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Zwei lächelnde Frauen mit grauen Haaren, eine mit schulterlangen Wellen, die andere mit kurzen, stacheligen Haaren.
Tanja Kabon & Inés Bautz