Eine lächelnde junge Frau mit dunkler Haut und einem gepunkteten Schal steht mit verschränkten Armen im Freien, ein verschwommenes rosa Fahrrad im Hintergrund.

Menschenhandel in Indien bekämpfen Monica aus Guwahati

In Indien sind viele Kinder von Ausbeutung, Kinderarbeit und Menschenhandel bedroht. Don Bosco schützt sie, schafft sichere Orte und eröffnet durch Bildung neue Zukunftsperspektiven. Das zeigt Monicas Geschichte.

Wie Kinderhandel Leben zerstört Monicas Traum wird zum Albtraum

Monica (Name geändert) wollte nicht viel, nur ein eigenes Fahrrad – für uns eine Selbstverständlichkeit. In Monicas Heimat Assam im Nordosten Indiens ist das nicht so.  Ihre Familie ist arm. Monicas Vater arbeitet wie die meisten Menschen dort auf den Teeplantagen der Region. Er ist Alleinverdiener der Familie. Der niedrige Lohn reicht kaum, um als Familie über die Runden zu kommen. Geld für ein Fahrrad bleibt definitiv nicht übrig.

Armut als Nährboden für Kinderhandel

In Assam sind viele Familien von extremer Armut betroffen. Kinder brechen häufig die Schule ab, um zum Einkommen beizutragen. Auch die 16-jährige Monica geht nicht mehr zur Schule, um mit ihrem Vater auf der Teeplantage zu arbeiten. Das bringt der Familie etwas mehr Einkommen. Mit dem selbst verdienten Geld will Monica auf das eigene Fahrrad sparen. Doch das Teepflücken bringt nicht genug ein.

Genau diese Notlage nutzen Menschenhändler schamlos aus. Sie versprechen Arbeit, Bildung oder ein besseres Leben – und bringen Kinder stattdessen in Ausbeutung und Kinderarbeit. Ein Junge aus dem Dorf erzählte Monica, dass sie als Haushaltshilfe in Guwahati, der nächsten Großstadt, mehr verdienen könne. Sie dachte an ihren Traum vom eigenen Fahrrad und überlegte nicht.

Sie folgte dem Jungen zu einem Vermittler. Dieser brachte Monica nicht nach Guwahati, sondern ins 2.000 km entfernte Delhi. Dort soll sie als Haushaltshilfe bei einer älteren Frau arbeiten.

Ich habe gesehen, wie die ältere Dame dem Vermittler eine große Summe Geld in die Hand drückt. Dann hat mir der Vermittler mein Handy weggenommen. Da wurde mir klar: Ich bin verkauft worden!

Eine lächelnde junge Frau mit dunkler Haut und einem gepunkteten Schal steht mit verschränkten Armen im Freien, ein verschwommenes rosa Fahrrad im Hintergrund.
Monica
Tochter einer Teearbeiter-Familie und Opfer von Menschenhandel

Kinderarbeit und Ausbeutung

Tagaus tagein muss Monica nun schuften. Von früh morgens bis weit nach Mitternacht schrubbt sie Böden, wäscht Geschirr, fegt und pflegt die alte Dame. Sie hat nicht einen Tag frei – und wird für ihre harte Arbeit nicht einmal bezahlt.

Monica fragt ihre Arbeitgeberin regelmäßig nach ihrem Gehalt. Die erwidert stets, das habe sie an den Vermittler überwiesen, sie solle sich an ihn wenden. Aber wie soll sie ihn – oder gar ihre Familie – ohne Telefon erreichen? Monica ist verzweifelt.

Monicas Rettung durch Don Bosco

Eines Tages kommt ein Handwerker ins Haus und Monica bittet ihn um sein Handy. Zum Glück hat sie die Nummer ihrer Mutter im Kopf – und erreicht sie!

Monicas Mutter handelt schnell. Sie hat vom Anti-Menschenhandels-Komitee der Don Bosco Schwestern gehört. Die engagierten Freiwilligen machen über den Jungen den Vermittler ausfindig und setzen ihn mit der Androhung rechtlicher Konsequenzen unter Druck. Mit Erfolg!

Nur wenige Wochen nach Monicas Anruf bei ihrer Mutter können sich die beiden wieder in die Arme schließen. Monicas monatelanges Martyrium hat ein Ende!

Don Bosco bekämpft Kinderhandel in Indien

Eine katholische Nonne im weißen Habit spricht zu einer vielfältigen Gruppe von Menschen, darunter Frauen und Kinder, im Freien in einem Dorf.

Das Don Bosco-Anti-Menschenhandels-Komitee

Don Bosco schützt Kinder wie Monica vor Menschenhandel und Ausbeutung in Indien.

Durch Aufklärung in den Dörfern, Schutzräume, Schulbildung und direkte Begleitung erhalten Kinder neue Perspektiven. Gleichzeitig werden Familien über die Gefahren falscher Versprechen informiert.

© Nishant Ratnakar

Schutz und Bildung bei Don Bosco

Don Bosco schützt Mädchen wie Monica mit Schulbildung und Aufklärung vor den Fängen des Menschenhandels. Ein geschützter Raum stärkt ihr Selbstbewusstsein und hilft ihnen, ihre Zukunftsperspektiven zu verbessern.

Trotzdem zögern viele Familien, ihre Töchter auf die Don Bosco-Schule gehen zu lassen. Denn dann können die Mädchen tagsüber nicht mit auf der Teeplantage arbeiten. Reicht das Geld dann noch, um alle satt zu bekommen?

Die Lösung: Eine warme Mahlzeit in der Schule

Täglich wird daher eine warme Mahlzeit für alle Schülerinnen der Don Bosco Schule gekocht. So sind die Mädchen fit für den Unterricht. Zugleich wird den armen Familien eine Last von den Schultern genommen: Ein Magen weniger, der gefüllt werden muss! Dann steht dem Schulbesuch der Töchter nichts mehr im Weg.

Mit einem Schulabschluss in der Tasche können die Mädchen ihr Leben selbstständig und selbstbewusst gestalten und der Armut entkommen. Mädchen mit Schulbildung haben in Assam bessere Zukunftschancen und sind weniger anfällig für die Versprechen von Menschenhändlerinnen und -händlern.

Bildung, Schutzräume und Aufklärung sind die wirksamsten Mittel, um Kinder in Indien dauerhaft vor Menschenhandel und Ausbeutung zu schützen.

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Junger indischer Junge mit verschränkten Armen vor einem grünen Hintergrund mit der Aufschrift 'Education is Wealth'.

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Häufige Fragen zum Thema Kinderrechte & Schutz

Spenden braucht Vertrauen. Don Bosco Mission Bonn, über welche deine Spende verwaltet wird, unterzieht sich als Einrichtung der Salesianer Don Boscos jedes Jahr freiwillig der unabhängigen Prüfung durch das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) und hat als Zeichen der Vertrauenswürdigkeit das DZI-Spendensiegel zuerkannt bekommen (Don Bosco Mission Bonn auf der Website des DZI). Don Bosco Mission Bonn lässt seit Jahren zudem eine jährliche externe Prüfung einschließlich Belegprüfung durchführen.

Die Rechte von Kindern und Jugendlichen sind seit 1989 in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriegen. Doch schon im 19. Jahrhundert begann die Menschheit, Kindern bestimmte Rechte zuzusprechen, so wie ein Verbot von Kinderarbeit in Großbritannien 1833 und ein Verbot von Gewalt gegen Kinder in Detuschland im Jahr 1896.

Die vier Grundprinzipien der UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK) sind:

  1. Nichtdiskriminierung: Kinderrechte gelten für ALLE Kinder, ohne Ausnahme.
  2. Vorrang des Kindeswohls: Bei gerichtlichen Entscheidungen (zum Beispiel beim Thema Sorgerecht) muss das Wohl des Kindes den Ausschlag geben.
  3. Leben und Entwicklung: Jeder Staat hat das Überleben und die Entwicklung von Kindern "im größtmöglichen Maß" zu sichern.
  4. Berücksichtigung der Meinung und Beteiligung: Kinder haben das Recht, sich in allen sie betreffenden Angelegenheiten zu äußern, gehört zu werden und beteiligt zu werden

Der Gründer der Salesianerbewegung, der Heilige Don Bosco, erkannte schon vor 150 Jahren, dass Kinder und Jugendliche jeder Herkunft ein Anrecht auf Bildung und Wertschätzung haben. So widmete er sein Leben dem Schutz und der Förderung der armen Straßenkinder von Turin. Aus seiner Arbeit ist heute ein weltweites Netzwerk geworden, das unermüdlich für Kinderrechte einsteht.

Don Bosco setzt sich als Anbieter von Schul- und Ausbildung in über 130 Ländern besonders für das Recht auf Bildung ein. Durch den einzigartigen Ansatz der Don Bosco Pädagogik erhälten Kinder Stärke, Selbstwertgefühl und einen ausgeglichenen Lebensalltag. Außerdem betreibt Don Bosco weltweit Wohnheime, Schutzunterkünfte, in denen Jugendliche Gewalt und Ausbeutung in ihrem Alltag entkommen können.

Don Bosco ist eine große Gemeinschaft und bietet viele Möglichkeiten, mitzumachen und sich für die Rechte von Kindern einzusetzen. Der einfachste Weg ist durch eine Spende. Jede Hilfe trägt dazu bei, das Leben von Millionen Jugendlichen etwas besser zu machen! Erfahre hier, wie Du sonst noch aktiv werden kannst.

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Tanja Kabon & Inés Bautz