Zwischen Bildern und Wirklichkeit

Auf den Spuren von Pater Rudolf Lunkenbein in Brasilien: In einem persönlichen Beitrag erzählt Anna-Lena Haupt, was sich zwischen den Bildern und Begegnungen ihrer Recherchereise gezeigt hat – Eindrücke, die sich nicht immer sofort einordnen lassen und gerade deshalb nachwirken.

Nach Brasilien zu reisen, um den Spuren von Rudolf Lunkenbein nachzugehen, der möglicherweise seliggesprochen wird – und dabei ein indigenes Volk zu besuchen – das klang für mich am Anfang ehrlich gesagt ein bisschen verrückt. Fast wie aus einem Film. Und genau so hat es sich zuerst auch angefühlt: groß, besonders und weit weg von meinem normalen Alltag. Ich wollte mutiger sein, weniger zerdenken und Dinge einfach mal machen.

Vielleicht war ich gerade deshalb anfangs schnell begeistert. Von der Landschaft sowieso. Von der roten Erde, dem satten Grün, den weiten Flächen, den Palmen, den Tieren. Ich habe viele Fotos gemacht – Bilder, die schön aussehen. Und doch erzählen sie nur einen Teil der Wirklichkeit.

Zwischen Abenteuer und Wirklichkeit

Rückblickend war genau das eines der stärksten Gefühle dieser Reise: dass hinter fast jedem „Das ist schön“ auch ein „Aber“ stand.

Besonders deutlich wurde mir das auf dem Weg durch das Dorf. Gerade mache ich noch Fotos und Videos von Wildpferden, keine Minute später stehe ich vor der Krankenstation. Von außen würde man sie nicht unbedingt als solche erkennen. Drinnen liegt ein Geruch in der Luft, den ich so bis dahin noch nie wahrgenommen habe. Im Dorf ist er mir immer wieder begegnet, mal stärker, mal schwächer – hier ist er deutlich präsenter. Ich kann ihn bis heute nicht richtig einordnen. Für mich ist er in diesem Moment zu intensiv. Ich gehe wieder hinaus, um frische Luft zu schnappen.

Draußen laufen Hühner über den Hof, kleine Küken dazwischen. Es ist ruhig, fast friedlich, und irgendwo sind Papageien zu hören. Und gleichzeitig weiß ich, was sich hinter mir befindet – ein Ort, der notwendig ist und der zeigt, wie wenig selbstverständlich medizinische Versorgung hier ist.

 

Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.
Eindrücke aus Meruri: Zwischen roter Erde, offenen Häusern und moderner Alltagswelt zeigt sich das Leben der Bororo heute voller Gegensätze – geprägt von Tradition, Gemeinschaft und den Herausforderungen der Gegenwart.

Eindrücke, die nachwirken

Diese Gleichzeitigkeit begegnet mir immer wieder. Und doch war kaum Zeit, all das wirklich einzuordnen. Unser Programm war dicht, die Wege weit, die Tage voll. Es gab ständig neue Orte, neue Menschen, neue Gespräche, neue Informationen. Dazu kam das ungewohnte Klima, die kalten Klimaanlagen, die Müdigkeit und das Gefühl, immer aufmerksam bleiben zu müssen. Ich glaube, vieles von dieser Reise beginnt für mich erst jetzt wirklich zu arbeiten.

Ein Satz von Leonida ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Sie sagte, im Fernsehen in den Telenovelas, sehe man nur reiche Menschen – und sie selbst hätten nichts. Außer Nächstenliebe. In vielen Häusern standen Fernseher, viele hatten Smartphones. Der Zugang zu einer Welt war da, die scheinbar nur aus Wohlstand, Schönheit und Möglichkeiten besteht. Ich habe mich gefragt, was das mit einem Menschen macht, wenn der eigene Alltag so wenig mit dem übereinstimmt, was dort als normal gezeigt wird.

Und dann kam fast automatisch der Gedanke zurück zu uns – und auch zu mir: Wenn für andere schon ganz normale Europäer als reich gelten, warum vergleichen wir uns selbst dann ständig mit anderen?

Ich habe viele Fotos gemacht in diesen Tagen. Bilder von Landschaft, Tieren und Momenten, die im Kopf bleiben – Bilder, die man gern zeigt und postet. Aber je länger ich sie anschaue, desto mehr denke ich an das, was auf ihnen fehlt: die Geschichten der Menschen, ihre Sorgen, die Ideen, die dort entstehen – und auch der Geruch mancher Orte. Ein Bild kann viel festhalten, aber nicht, wie sich etwas wirklich anfühlt.

Zwischen Tradition und Gegenwart zeigt sich der Alltag in Meruri: eine einfache Krankenstation, improvisierte medizinische Versorgung und Spuren einer Infrastruktur, die in den 1970er-Jahren mit Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo entstand.
Zwischen Tradition und Gegenwart zeigt sich der Alltag in Meruri: eine einfache Krankenstation, improvisierte medizinische Versorgung und Spuren einer Infrastruktur, die in den 1970er-Jahren mit Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo entstand.
Zwischen Tradition und Gegenwart zeigt sich der Alltag in Meruri: eine einfache Krankenstation, improvisierte medizinische Versorgung und Spuren einer Infrastruktur, die in den 1970er-Jahren mit Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo entstand.
Zwischen Tradition und Gegenwart zeigt sich der Alltag in Meruri: eine einfache Krankenstation, improvisierte medizinische Versorgung und Spuren einer Infrastruktur, die in den 1970er-Jahren mit Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo entstand.
Zwischen Tradition und Gegenwart zeigt sich der Alltag in Meruri: eine einfache Krankenstation, improvisierte medizinische Versorgung und Spuren einer Infrastruktur, die in den 1970er-Jahren mit Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo entstand.
Zwischen Tradition und Gegenwart zeigt sich der Alltag in Meruri: eine einfache Krankenstation, improvisierte medizinische Versorgung und Spuren einer Infrastruktur, die in den 1970er-Jahren mit Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo entstand.
Zwischen Tradition und Gegenwart zeigt sich der Alltag in Meruri: eine einfache Krankenstation, improvisierte medizinische Versorgung und Spuren einer Infrastruktur, die in den 1970er-Jahren mit Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo entstand.
Zwischen Tradition und Gegenwart zeigt sich der Alltag in Meruri: eine einfache Krankenstation, improvisierte medizinische Versorgung und Spuren einer Infrastruktur, die in den 1970er-Jahren mit Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo entstand.
Zwischen Tradition und Gegenwart zeigt sich der Alltag in Meruri: eine einfache Krankenstation, improvisierte medizinische Versorgung und Spuren einer Infrastruktur, die in den 1970er-Jahren mit Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo entstand.
Zwischen Tradition und Gegenwart zeigt sich der Alltag in Meruri: eine einfache Krankenstation, improvisierte medizinische Versorgung und Spuren einer Infrastruktur, die in den 1970er-Jahren mit Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo entstand.
Zwischen Tradition und Gegenwart zeigt sich der Alltag in Meruri: eine einfache Krankenstation, improvisierte medizinische Versorgung und Spuren einer Infrastruktur, die in den 1970er-Jahren mit Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo entstand.
Zwischen Tradition und Gegenwart zeigt sich der Alltag in Meruri: eine einfache Krankenstation, improvisierte medizinische Versorgung und Spuren einer Infrastruktur, die in den 1970er-Jahren mit Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo entstand.

Die Geschichte geht weiter

Natürlich war Rudolf Lunkenbein der Anlass dieser Reise. Und je mehr wir über ihn hörten, desto klarer wurde, dass er ein beeindruckender, herzlicher und lebensfroher Mensch gewesen sein muss. Jemand, der geblieben ist, sich eingesetzt hat und bis heute Spuren hinterlassen hat. Gleichzeitig gibt es heute in Meruri noch viel zu tun.

Vor Ort habe ich gemerkt, dass die Geschichte nicht bei ihm stehenbleibt. Sie zeigt sich heute in den Menschen, die dort leben und arbeiten – in ihren Ideen, ihrem Einsatz und darin, ihren Alltag selbst zu gestalten und Dinge weiterzuentwickeln.

Ich erzähle oft von dieser Reise wie von einer besonderen, intensiven, einmaligen Erfahrung. Und das war sie auch. Aber für die Bororo ist vieles davon Alltag.

Von Anna-Lena Haupt
Unsere Autorin arbeitet als Referentin bei Don Bosco Aschau am Inn.

Zwischen Mut und Hoffnung Eine Reise nach Meruri auf den Spuren Lunkenbeins

Fast fünf Jahrzehnte nach der Ermordung von Pater Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo kehrt eine Reisegruppe nach Meruri zurück, um die Spuren dieser Geschichte zu suchen. Autorin Anna-Lena Haupt begleitet die Recherche und erzählt von Eindrücken und Begegnungen im brasilianischen Hinterland – zwischen Erinnerung, Gegenwart und der Frage, was von Lunkenbeins Einsatz für Land, Sprache und Kultur der Bororo geblieben ist.

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