Don Bosco Fest 2026 – Was jungen Menschen heute Hoffnung gibt

Veröffentlicht am: 30. Januar 2026
Vier Jugendliche stehen draußen vor einem Gebäude. Ihr Oberkörper . Ein Mädchen hebt ihren Arm hoch und lacht.

München – Globale Krisen, gesellschaftliche Polarisierung, Krieg und Klimabedrohung belasten Kinder und Jugendliche schwer und prägen ihren Alltag. Viele erleben tiefe Zukunftsängste, Einsamkeit und Unsicherheit. Hinzu kommt eine wachsende soziale Not – besonders an den Rändern unserer Gesellschaft.

Zum Don Bosco Fest 2026 richtet das Don Bosco Werk in Deutschland den Blick bewusst auf diese Lebensrealität junger Menschen in einer Zeit tiefgreifender Umbrüche. „Wir erleben, dass viele junge Menschen unter enormem Druck stehen und psychische Belastungen deutlich zunehmen“, sagt Pater Reinhard Gesing, Provinzial der Salesianer Don Boscos in Deutschland. Depressionen, Formen von Autoaggression sowie ein hoher Bedarf an psychologischer oder psychiatrischer Unterstützung träten bei Kindern und Jugendlichen heute deutlich häufiger auf als früher. „Das wird mir von Verantwortlichen überall ähnlich berichtet – nicht nur in Deutschland, sondern auch international“, so Gesing.

Einen entscheidenden Grund sieht der Obere der Salesianer Don Boscos in Deutschland in der unmittelbaren und dauerhaften Konfrontation junger Menschen mit Krisen, Unsicherheiten und Bedrohungen. Hinzu komme der Einfluss sozialer Medien, in denen Krisen permanent präsent seien – häufig ungefiltert und ohne Einordnung. „Diese dauerhafte Erfahrung von ungelösten Problemen verunsichert“, sagt der Provinzial. Sie verstärke Zukunftsängste und betreffe längst nicht nur junge Menschen, sondern die Gesellschaft insgesamt.

Fehlende Sicherheit und Schutz

Besonders stark treffe diese Entwicklung benachteiligte Jugendliche. „Ein stabiler familiärer Hintergrund kann jungen Menschen Sicherheit geben“, so Gesing. „Wenn dieser fehlt oder brüchig ist – und das ist bei vielen der Fall –, verstärken sich Krisenerfahrungen. Persönliche Probleme, familiäre Konflikte oder die Überforderung der Eltern kommen dann zusammen.“ Häufig fehlten in solchen Situationen wichtige Schutzfaktoren, um Belastungen aufzufangen.

Gerade in diesen Zeiten vielfältiger Krisen brauchen junge Menschen daher mehr als schnelle Antworten. Sie brauchen verlässliche Beziehungen, Orientierung und Räume, in denen sie Vertrauen entwickeln und eigene Stärken entdecken können. Pädagogische Begleitung, Gemeinschaft und konkrete Zukunftsperspektiven spielen dabei eine zentrale Rolle.

„Junge Menschen sind unsere Zukunft" 

Mit Blick auf die Verantwortung von Kirche und Gesellschaft betont P. Reinhard Gesing die Notwendigkeit einer klaren Haltung: „Zunächst braucht es die eindeutige Botschaft: Junge Menschen sind unsere Zukunft. Jeder junge Mensch ist wichtig und hat ein Recht darauf, unterstützt zu werden und seinen Platz in der Gesellschaft zu finden – und in der Kirche, wenn er das möchte.“
Gerade angesichts knapper Kassen sei dies eine große Herausforderung. Angebote für junge Menschen seien mancherorts gefährdet oder fielen bereits weg. „Es lohnt sich, um jeden jungen Menschen zu kämpfen – besonders um jene, die es schwerer haben“, so Gesing.

Kirche und Gesellschaft müssten gemeinsam Räume schaffen, in denen junge Menschen sich entwickeln und Unterstützung erfahren können: sichere Orte, Orte der Beteiligung, der Ermutigung und der Entfaltung. „Die Kirche kann hier Anwältin junger Menschen sein – besonders für jene, die Ausgrenzung erfahren. Nicht aus Eigeninteresse, sondern selbstlos im Dienst an der Jugend.“

Don Bosco gibt Unterstützung und Ermutigung

Seit über 150 Jahren setzt sich Don Bosco weltweit für junge Menschen ein – besonders für jene, die benachteiligt sind oder am Rand der Gesellschaft stehen. In Schulen, Jugendzentren, Ausbildungsstätten und Einrichtungen der Jugendhilfe, -bildung und -sozialarbeit erfahren Kinder und Jugendliche Unterstützung, Ermutigung und die Möglichkeit, ihr Leben aktiv zu gestalten.

„Wenn junge Menschen merken, dass sie etwas können und gebraucht werden, dann wächst Zuversicht“, weiß Gesing. „Diese Erfahrung ist heute wichtiger denn je – für die persönliche Entwicklung junger Menschen, aber auch für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.“

Text: RefÖA/kh; Foto: Klaus D. Wolf

 

Online-Dossier „hoffnungsstark"

 Begleitend zum Don Bosco Fest 2026 entsteht auf der Website von Don Bosco das Online-Dossier „hoffnungsstark – weil Hoffnung Zukunft gestaltet“. Im Mittelpunkt steht eine Videoreihe, in der junge Menschen aus Don Bosco Einrichtungen selbst erzählen, was ihnen in schwierigen Zeiten Hoffnung gibt und wie sie durch Beziehung, Begleitung und Gemeinschaft neue Perspektiven entwickeln.

Ergänzt wird das Dossier durch Interviews, Hintergrundtexte und Servicebeiträge. Unter anderem ordnet Zukunftsforscherin Susanne Eckes die Bedeutung von Hoffnung ein und betont, dass Resilienz dort entsteht, „wenn junge Menschen erleben, dass ihr Handeln einen Unterschied macht“.

www.donbosco.de/hoffnungsstark